Taverne Aderl Laufenburg (CH)

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  • Die Obrigkeyt des Richard Loewenherz Festes hatten eyngeladen an der 12. Ausgabe teylzunehmen und der Mittelalterstammtisch Hochrhein e.V. nahm diese gerne an.

    So wurden am 29. Tage im Heuert MMXVI die stinkenden Kutschen beladen und los ging die Reyse. Nach dreystuendiger Fahrt erreychten wir unsere Herberge. Die Kemenaten wurden bezogen um gleych darauf per Pedes die Stadt zu erkunden.

    In der Stadt angekommen trafen wir auf viele unserer Freunde aus dem Trifelsland. Das Hallo war grosz und wir uns hatten viel zu erzaehlen.

    Irgendwann meldete sich der Hunger. Wir machten uns auf dem Weg zur Taverne „Zum goldenen Loewen“. Wie schon zu vorhergehenden Anlaessen, wurden wir in dieser Taverne von Jochen wieder auf das vortrefflichste bewirtet. Die Speysen waren lecker und fuellten unsere Waenste. Die gut gekuehlten Gesoeffe loeschten unseren Durst. Hinterher begaben wir uns zurueck zur Herberge um unsere Haeupter niederlegen zu koennen.

    Am Satertage begann der Tag mit eynem opulentem Fruehstueck. Alles was das Herz begehrte wurde geboten.

    Anschlieszend begaben wir uns wieder in die Stadt, um dem Marktgeschehen beyzuwohnen. Bereyts am fruehen Morgen brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Doch ging stets eyn laues Lueftchen, so dass wir vor eynem Sonnenstich verschont blieben. Die Haendler boten wunderbare Ware an. Fuer Speys und Trank ward ebenfalls gesorgt.

    An den verschiedenen Buehnen wurde eyn sehr abwechslungsreyches Programm geboten. Musici von „Gugelhupf“, „Nashoch Hilisanc“, „Musica Canora“ und natuerlich von unseren „Spielleuten Skadefryd“.

    Zusaetzlich wurde geboten: Gauklerey & Jonglage durch „Lux Aeterna“, Ablassprediger  „Quadroculus“, Orientalische Magie von „Shri Magada“, Waffenschau und ritterliche Zweykaempfe durch „Die Pfalzritter“ und mittelalterliche Taenze von „Faux Pas.

    Fuer die Baelger ward ebenfalls eyn groszes Angebot geboten wie Kinderkarusell, Marionettentheater usw.

    Zur spaeten Stund wurde es wieder Zeyt in Richtung Herberge zu gehen. Da wir noch nicht richtig muede und die Temperaturen sehr angenehm waren, beschlossen wir auf der Terrasse noch eyn kuehles Gesoeff zu goennen. Die Eynen genossen eyn kuehles Bier, die Anderen  perlenden Weyn oder eyn Troepfleyn roten Weynes. Erst lang nach der Geysterstunde wurden die Kemenaten zum Schlafen aufgesucht.

    Am Balder starteten wir wieder mit eynem sehr ausgiebigen Fruehstueck in den Tag, um hinterher gestaerkt wieder in die Stadt zu gehen.

    Das Programm war genauso abwechslungsreich wie am Tag zuvor. Viel Musici, viele Atraktionen die uns ueber den ganzen Tag unterhielten.

    Das Fest endete zur 8. Stunde im Meridianus. Eynige von den Mayden und Recken mussten leyder schon die Heymreise antreten, da sie am naechsten Tag wieder ihre Arbeit aufzunehmen hatten. Die Anderen beschlossen den Abend mit eynem Abschlussessen im „Zum goldenen Loewen“, eynem guten Mischgesoeff genannt „Zombie“ in der Eysdiele und in der Herberge bey eynem guten Tropfen Weyn.

    Am naechsten Morgen wurden nach dem Fruehstueck die stinkenden Kutschen wieder beladen um sich auf die Heymreyse zu begeben. Der Weg fuehrte uns ueber Ratbaldouilare im Elisazon. So lieszen wir es uns nicht nehmen in unserer Stammtaverne „Bierstub Ville de Nancy“ zu Mittag zu speysen und hinterher in der „S'Garwer Stub“ einen Abschlusstrunk zu nehmen.

    Doch danach hiesz es Abschied nehmen und die restliche Strecke auf unserer Heymreyse anzutreten.

    Was soll ich sagen, es war wie jedes Mal, wenn der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. unterwegs ist, sehr lustig und unterhaltsam. Viele Freunde nach langer Zeyt wieder gesehen und sehr viele neue Freundschaften geschlossen! Wer diese Momente ebenfalls erleben moechte, ganz eynfach: Anmelden und Mitgehen!

  • Der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. hat am letzten Wochenende wieder nicht geruht. Die Mayden und Recken beluden am 9.Tag im Heuert AD MMXVI ihre stinkenden Kutschen, um die Reyse gen Niofarun Nessenbrunn anzutreten. Gut gelaunt zur fruehen Stunde starteten wir zu eynem neuen Abenteuer.

    Die Reyse verlief ohne Schwierigkeyten und Verzoegerungen, so dass man nach drey Stunden Fahrt am Ziel war und die stinkenden Kutschen vor der Herberge abgestellt werden konnten. Nachdem die Kemenaten bezogen waren, trafen wir uns im Foyer, um uns mit eynem gut gekuehlten Gerstensaft zu erfrischen.

    Zur hoechsten Stunde schritten wir in Richtung Festgelaende. Es war eyn kurzer Weg bis dorthin. Der Wegezoll wurde entrichtet und nun konnte das Abenteuer beginnen. Kaum auf dem Gelaende, schon das erste Hallo. Unsere Freunde Geli, die Mittelaterpaparazzi und Roger waren vor Ort.

    An vielen Staenden wurde schoene Ware feylgeboten. Fuer das Auge eyn Schmaus.

    Petrus beglueckte uns mit strahlendem Sonnenscheyn. Um der Hitze etwas entgegen zu wirken, genehmigten wir uns das eyne oder andere gutgekuehlte Gesoeff.

    Gaukler und die musici von tinnitus interruptus belustigten die Anwesenden. Froehlichkeyt allerorten.

    Beym Gang ueber den Markt viele bekannte Gesichter. Die Maerchenerzaehlerin Susanne und Edith mit dem Witwen- und Waysenlager. Die Gewuerzhaendlerey die wir in Ascabah kennengelernt hatten, der Gormanns-Clan und natuerlich unser Branntweynhaendler, der uns zu  Germesche so hervorragend versorgt hatte, waren zugegen.

    Und unueberhoerbar diese Stimme: Geeeeeeeeebranntes!! Ja die Schnapsdrossel war ebenfalls gekommen um ueberall auf dem Markte herumzudrosseln und zu schnaepseln. Leckeres Gebranntes fuehrt sie wieder mit sich.  

    Hier eyn Schwaetzchen – da eyn Schwaetzchen – hier eyn Glaeschen – da eyn Glaeschen – hier eynen Krug – da eynen Krug und so rann die Zeyt dahin wie im Fluge.   

    Bey Anbruch der Dunkelheyt fand eyn Feuerspektakel in der kleynen Arena mitten auf der Plane statt.
    Zufrieden und muede vom erlebten Tag, begaben wir uns kurz nach der Geysterstunde zurueck in die Herberge um Ruhen zu koennen.

    Am Balder dann starteten wir mit eynem groszen Fruehstueck. Wir hatten viele Speysen zur Verfuegung um unsere Waenste zu fuellen.

    Anschlieszend wurden die Kemenaten verlassen und die stinkenden Kutschen mit dem Gepaeck beladen. Neyn, die Heymreyse stand noch nicht an. Wir begaben uns nochmal zum Ort des Geschehens und genossen die Stimmung trotz starker Hitze. Alle Schattenplaetze waren gleych belegt.

    Doch wie immer hiesz es dann am Nachmittag Abschied nehmen. Standen doch wieder drey Stunden Heymreyse an. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und freuen uns schon heute auf baldiges Wiedersehen auf dem naechsten Markte.

  • Am neunten Tage des Heuert AD MMXVI trafen sich die Ritter, Recken und Weyber des Mittelalterstammtisch-Hochrheyn e.V. zum Zwecke der Baelgerbespaszung auf der Wiese beym Barfuszpfad zu Sekkinga.

    Die Aufpasserinnen der Eynrichtung „Treffpunkt Kinder e.V.“ hatten uns gebeten,  die alljaehrlichen Sommer-Festivitaeten mittelalterlich zu gestalten.

    Man sagte uns, diese Eynrichtung nenne sich „Kindergarten“, jedoch trafen wir die Brut nicht wie erwartet in den Boden eyngegraben, neyn, die Baelger durften frey herumlaufen. Die Bezeychnung war unserer Ansicht nach also sehr irrefuehrend, was dem Erfolg der Veranstaltung aber keyneswegs Abbruch tat.

    Bereyts am Morgen trafen wir uns, um alle Vorbereytungen zu treffen:

    Das Sachsenzelt musste samt Sonnensegel zum Schutz der zarten Haeute der Kinderchen aufgebaut werden, die Feuerstelle wurde eyngerichtet.

    Unser Raginher, der Furchtlose (ich hab nicht verfressen gesagt…) erfreute die Menge mit der Vorfuehrung von Lederarbeiten, Nephilim liesz die interessierten Eltern und Kinder raten, welche Obst- und Gemuesesorten es im Mittelalter in unserer Region bereyts gab und fuehrte den Weg von der Wolle, ueber das Spinnen der Faeden bis zum Kleydungstueck vor.

    Eymar von Urberg mit seynen Knappen Adrian und Hendrik und Ritter Viktor entfuehrten die Gaeste in die Welt der Ritter, zeigten, was eyn Ritter trug, wie er kaempfte, wie seyn gedeckter Tisch aussah, welche Dinge er mit sich fuehrte.

    Mayd Mona fesselte die Schar mit Maerchen aus aller Welt, waehrend an der Feuerstelle Stockbrot gebacken werden konnte.

    Gleychzeytig bereyteten wir ueber dem Feuer eynen Eyntopf nach mittelalterlichem Rezept vor, selbstverstaendlich ohne Salz, denn das war zu jener Zeyt teuer. Man merkte, dass die modernen Gaumen, lediglich mit frischen Kraeutern gewuerzte Speysen beyleybe nicht mehr gewohnt sind.

    Dorell, Artula, Hans Met-Wurst und Christine unterstuetzen uns tatkraeftig beim Feuern, kochen, schnippeln, Fragen beantworten, aufbauen und abbauen.

    Für das leybliche Wohl hatten die Gaeste selbst gesorgt und Gerichte, Kuchen und Herzhaftes nach mittelalterlichen Rezepten mitgebracht.

    Nachdem auf der Sonnenuhr ungefaehr zwey und eyne halbe Stunde vergangen waren, neygte sich das Fest dem Ende zu.

    Die sogenannten „Maxi-Kinder“, die nun das Glueck haben, die Schule besuchen zu duerfen (wobey wir uns gefragt haben, wie die Leute ihre Arbeyt verrichten wollen, wenn sie ihre Soehne UND Toechter in die Schule schicken) wurden feyerlich in den Ernst des Lebens verabschiedet, den Amtstraegern und Erzieherinnen wurde gedankt und auch wir gingen nicht leer aus.

    Zum kroenenden Abschluss, fuehrten unsere Ritter in eynem Schaukampf vor, wie man sich frueher so richtig auf die Muetze gegeben hat. Natuerlich nicht, ohne in Kuerze Taktik in Offensive und Defensive zu erklaeren.

    Beym Abbauen lieszen wir uns noch eyn bisschen Zeyt, grillten den eyn oder anderen Fleyschlappen ueber dem noch lodernden Feuer und saszen noch eyne Weyle zusammen um den Tag Revue passieren zu lassen.

    Uns hat es sehr viel Spasz gemacht und den Reaktionen der Erzieherinnen, Eltern und Kindern nach, allen anderen auch.

    Wir durften im Nachgang noch eyne groszzuegige Spende in Empfang nehmen, fuer die wir uns auch hier nochmals herzlich bedanken.

  • Das reyselustige Voelkchen des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. packte am 01. Tag des Heuert AD MMXVI erneut seyne sieben Sachen. Dieses Mal galt es eyne Reyse in die Kurpfalz anzutreten.
    Feyerte doch Villa Breteheym zum 512. Mal  die erfolgreyche Verteydigung ihrer Stadt  gegen die Belagerung durch Ulrich von Wuerttemberg mit 30.000 Mann im Jahre 1504.

    Und so beluden wir unsere stinkenden Kutschen bis unter das Dach und traten zur 3. und eyner halben Stund im Meridianus die Reyse an. Diese fuehrte uns ueber stark befahrene gut ausgebaute Wege bis in die Kurpfalz. Die Reyse ward beschwerlich, da sich unendliche viele Kutschen auf der Reyse befanden. Sehr viele Kutschen mit Unmengen von Handelswaren bahnten sich ihre Wege gen Norden.

    Kurz vor der 7. Stund im Meridianus erreychten wir das bereyts im Jahre 769 in der Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals erwaehnte Dorf Helmsheym, wo wir unsere Kemenaten bezogen. Es ward der eynzige Ort in unmittelbarer Naehe zu Villa Breteheym, der noch mit eyner Beherbungsmoeglichkeyt dienen konnte.

    Die Herberge ward eynfach aber sauber. Nachteyl: die Kemenaten waren im obersten Stock und wir mussten stets viele Stiegen hinaufsteygen, bis wir unser Haupt niederlegen durften. Zur fruehmorgendlichen Speysung mussten wiederum viele Stiegen hinunter ins Erdgeschoss zurueckgelegt werden. Daher mangelte es uns an koerperlicher Ertuechtigung nicht.

    Da wir eynen arbeytsreychen Tag und eyne ermuedende Reyse hinter uns hatten beschlossen wir, den Abend in eyner Taverne im Ort zu verbringen und Villa Breteheym erst am naechsten Tag aufzusuchen.
    Eyn folgenschwerer Entschluss. Ward es doch gar nicht so eynfach, in diesem voellig verwinkelten 2.000 Seelen Dorf eyne geeygnete Taverne zu finden.

    Ganz am Rande des Ortes, dort wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, inmitten von Weizenfeldern fanden wir eyne Taverne.
    Man sah sogleych, dass es wohl die eynzig gute Taverne im Ort zu seyn schien, denn sie war proppevoll.

    Wir meldeten uns bey der Schankmayd an und wurden danach in eyne Wartezone gebeten um dort erst eynmal eyn Getraenk zu sich zu nehmen, bis sich Platz auftat. Man sicherte uns eyne Platzzteylung zu.
    Das waere alles wunderbar gewesen, wenn die Schankmayd auch den Ueberblick behalten haette. Voellig ueberfordert und planlos war ihr Verhalten.

    Auf unsere georderten Getraenke mussten wir nahezu eyne halbe Stunde warten. Gaeste die nach uns kamen, wurden Tischen zugewiesen. Bestellungen wurden dort aufgenommen, Essen ausgegeben etc.  

    Und nachdem wir nach eyner und eyner halben Stund noch immer keyne Platzzuteylung hatten, aber sie unendlich viele Male an unserem Tisch vorbeyhuschte, erlaubten wir uns nachzufragen. Da wurde uns gesagt, dass drey leere Tische seyt laengerem zur Verfuegung stuenden und wir uns umsetzen koennten. KLASSE.
    Danach folgte die Aufnahme der Essensbestellung. Obwohl die Belegung der Taverne deutlich abgenommen hatte, dauerte es noch eynmal rund 30 Minuten, bis das Essen auf dem Tisch stand.
    Summasumarum hatten wir nun zwey und eyne halbe Stunde darauf gewartet eyne Speysung zu erhalten. Diese Taverne mit der voellig planlosen und ueberforderten Schankmayd kann man wirklich niemandem empfehlen. In der heutigen Zeyt sagt man, eyn absolutes „No go!“.

    Nach eynem zwangslaeufigen Verdauungsspaziergang, wir mussten ja wieder in den Ort zurueck, legten wir unsere Haeupter muede darnieder.

    Am Satertage den 02. Tag im Heuert nahmen wir eyn gut buergerliches Fruehstueck eyn, machten noch eynen morgendlichen Erkundungsgang bis zur Haltestelle des eysernen Rosses, um die Abfahrtszeyten festzustellen und stiegen letztlich in unsere Gewaender.

    Der Himmel ward grau und es regnete leycht. Das eyserne Ross brachte uns in nur neun Minuten von Helsheym nach Villa Breteheym. Und was uns dort zwey Tage lang erwartete, entschaedigte uns fuer das Ungemach des Ankunftstages voll und ganz.
    Die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne setzte sich durch!

    Durch eynes der aufgebauten mittelalterlichen Stadttore betraten wir die Innenstadt. Der Wegezoll fuer beyde Tage ward moderat und dafuer wurde sehr viel geboten.

    Das Peter-und-Paul-Fest ist jeweyls in vier Teyle gegliedert:

    Tag 1: Villa Breteheym – ruestet sich
    (Festeroeffnung, Ratssitzung, Feindes Brief, Musterung)

    Tag 2: Villa Bretehym – wehrt sich
    (Der Ausfall 1504, Schäfersprung, Huldigung, Zapfenstreich und Feuerwerk)

    Tag 3: Villa Breteheym – huldigt dem Kurprinzen;
    (Großer Festzug, Feiern in allen Lagern)

    Tag 4: Villa Breteheym  -feyert     
    (Schwartenmagenumzug, Kinderfest vom Knappen zum Ritter)

    In der kompletten Innenstadt sind in allen moeglichen frey zugaenglichen Innenhoefen und Plaetzen, Kirchinnenhof und -platz usw. Heer-, Handwerker- und Bauernlager eyngerichtet.
    Jedweder Handel, allerley Handwerk, Tavernen und Garkuechen an allen moeglichen Ecken und Enden. Eyne wahre Pracht. Die meysten der Tavernen sind mit Tischen und Baenken ausgestattet, die nach historischem Vorbild gebaut wurden. Eynfach nur toll, was hier geboten wird.

    Es ist wahrlich nicht moeglich, alle diese wunderbaren Dinge an nur eynem Tag erkunden und erleben zu koennen. Man ward sprachlos ueber das was geboten wird.

    Unendlich viele freundliche Menschen, Frohsinn an allen Ecken. Erbauliche Gespraeche mit Fremden. Der Satertag ran nur so dahin. Letztlich sogar noch eyn bekanntes Gesicht, welches ich extra wegen uns auf den Weg gemacht hatte. Unsere Edith gab sich die Ehre. Hatten wir uns doch erst wenige Wochen zuvor in Ascabah kennengelernt.

    Historie hin, Historie her. In diesem Anno hatte die Obrigkeyt des Festes es gestattet, dass ab der 9. Stund im Meridianus in den Lagern und an verschiedenen Stellen in der Stadt flache Kisten aufgestellt wurden, auf welchen wie durch Zauberhand Bildleyn sich magisch bewegten. Was fuer Teufelszeug!
    Es wurde in bunten Bildern gezeygt, wie 22 hehre Recken in unterschiedlich farbigen Gewandungen in Bruchen (!) hinter eyner Kugel herrannten. Ziel dieses Wettrennens schien es zu seyn, die Kugel in eynem benetzten Kasten unterzubringen. Jeweyls eyn Recke auf jeder Seyte hatte wohl die Aufgabe dies zu verhindern. Was fuer eyne seltsame Belustigung.

    Nun uns kratzte dies nicht, wir genossen im groszen Bauernlager die angenehmen Abendtemperaturen, verkosteten eyne Spezilitaet die sich „Bauerntraum“ nannte, plauderten mit Edith und taten unserer Seele nur Gutes.

    Kurz vor der Geysterstunde begaben wir uns wieder zum Halt des eysernen Rosses und fuhren zurueck in unsere Heymstaette.

    Der Balder begann bereyts sonnig. Und nachdem wir unser Fruehstueck eyngenommen, unsere Habe eyngepackt und unsere Gewandungen angelegt hatten, reysten wir an diesem Tage mit unserer stinkenden Kutsche nach Villa Breteheym. Wir fanden auch nahe dem Zentrum eynen kostenfreyen Abstellplatz. Wir erkundeten an diesem Tage alle Ecken, die wir am Satertage nicht geschafft hatten.
    Und schon wieder bekannte Gesichter. Bekannte aus Ehingen und Burkheym wurden gesichtet. Eyn herzliches Hallo war die Folge.

    Im Zentrum gelang es uns letztlich wunderbare Sitzplaetze zu ergattern, von wo aus wir den großen Festumzug bestaunen konnten. Guenstig war dabey die Lage dieser Sitzplaetze – gleych neben einer Taverne! Und so ward auch fuer unser leybliches Wohl gesorgt.

    Noch vor dem Festzug hatte unser Primus die Ehre von eynem Seelenfaenger, der beweglich Bilder bannt, angesprochen und befragt zu werden. Und so kam auch unser Primus ins „Fannseh“ ;-)

    Zur 2. und eyner halben Stund im Meridianus wurden drey Kanonen abgefeurt. Der Festzug begann!!

    44 Umzugsgruppen eyngeteylt in 7 Sparten:
    -Die Wahrzeichen von Villa Breteheym
    -Villa Bretehym um 1504
    -Markt- und Kaufleute
    -Staedtisches Handwerk
    -Villa Breteheym im Kurpfaelzisch-Bayerischen Erbfolgekrieg
    -Villa Breteheym huldigt Kurprinz Ludwig
    -Buergerwehren marschieren auf

    Eyn knapp zwey Stunden andauernder hochinteressanter Festzug der keyne Wuensche offen liesz. Hinterher war die Stadt voll mit Besuchern. Waehrend am Satertage noch die Gewandeten die Stadt dominierten, waren es nach dem Festzug die ungewandeten Tagesgaeste.  Es herrschte eyn dichtes Gedraenge. Aber dennoch hatte das Fest nichts an Reyz verloren.

    Aber da? Was war das? Was hoerten wir? Geeeeeeeeeeeeeeeeeebranntes!! Dieser Lockruf stammt nur von eyner Person. Der SCHNAPSDROSSEL! Man sah sie zwar noch nicht, aber man hoerte sie.

    Noch eynmal gelauscht und sie war geortet. Natuerlich kamen wir um eynen kurzen Trunk nicht umhin. Eyn kurzes aber herzliuches Gespraech, dann waren ihre Dienste wieder gefragt.

    Tja und dann hiesz es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach eynem koestlichen Abendessen begaben wir uns letztlich auf die Heymreyse.

    Die Zeyt in Villa Breteheym war viel zu kurz und so ward der Entschluss gefasst, dieses Fest innerhalb des Mittelalterstammtisch Hochrhein im kommenden Anno noch eynmal anzubieten. Und wir werden bestimmt noch eynmal die Athmosphaere auf diesem Fest genieszen.

  • Am vergangenen Freytage, am 24. Tage des Heuert machten sich die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e. V. erneut auf, eyn Mittelalterspektakel der besonderen Art zu besuchen! Gerufen hat Historica Vagantis, um dem Europaeischen Mittelalterspectacel zu Bitche auf der Citadelle beyzuwohnen.

    Die stinkenden Kutschen wohl beladen, machten wir uns auf den Weg, den gut ausgebauten Weg im Frankenland zu befahren, zusammen mit den Spielleuten Skadefryd, welche dort aufspielen werden. Vorbey an der Haute Koenigsburg und Strassbourg erreychten wir nach 3 Stunden unser Ziel - unsere lieb gewonnenen Wirtsleut und Gastgeber Familie Becker zu Bitche - am Fusse der Citadelle, die weyt hinaufragt über das Staedtchen.

    Eyn gar herzlicher Empfang wurde uns zuteyl, die Freud war gar gross, eyn Wiedersehen nach eynem Jahr und sogleych kredenzten uns unsere Gastgeber kuehles Getraenk vom Hopfen, sueszes Wasser und kleyne Happen, gebacken im Ofen, mundgerechte Stuecke, um den ersten Hunger zu stillen.

    Die Kemenaten wurden bezogen, zur Freud der Paare, die sich des Nachts ungestoert fuehlen durften.
    Nun aber freuten wir uns alle auf eyn gar koestlich Mahl, welches wir schon im vergangenen Jahr geniessen durften - eyn Wirt aus Africa, heut Tunesien genannt, hat sich in Bitche niedergelassen, das Volk mit koestlichen Speysen zu versorgen. Couscous heysst diese Speyse, dazu Fruechte des Gartens und Fleysch von verschiedenem Getier wie Rind, Gefluegel, Lamm vollendeten den unglaublichen Genuss, sehr zur Freude des Wirtes, der uns sofort wiedererkannte und uns aufs Herzlichste begrueszte!

    So genossen wir die africanische Gastfreundschaft bis zur spaeten Stund; die Vorfreude auf den naechsten Tag liesz uns jedoch nicht schlafen. So saszen wir hernach in gemuetlicher Runde in der Herberge Becker, um eynen Schluck perlendes Rebenwasser zu uns zu nehmen.

    Am folgenden Tag erwartete uns eyn opulentes Fruehstuecksmahl mit dem Saft der Apfelsine, heyssem maurisch Gesoeff, frischen Fruechten, Kaese, in Daerme gepresstes Fleysch sowie gekochte Fruechte, frisches Brot... und die Fuersorge von Frau Becker, auf dasz keyner hungrig das Haus verliesze..

    Zusammen mit den Spielleuten, welche zuvor der Herbergsfamilie eyn Staendchen darboten, machten wir uns auf den Weg zur Citadelle, die stets in unserem Blick war.. ueber holprige Wege.... steyle Wege... um bald darauf unser Ziel zu erreychen: die CITADELLE DE BITCHE, welche uns in den kommenden zwey Tagen willkommen hiesz.

    Leyder war uns der Wettergott am Satertage nicht hold. Schon des Morgens eyn Regenschauer und auf der Citadelle starke Windboeen, sodasz der Markt zum Leydwesen aller geschlossen blieb; die Gefahr war zu grosz, dasz der Wind Schaden an Mensch und Markt anrichten koennte. So blieb uns nur, den Spielleuten Trio cum Laute, den Vaganten von Rhesus positif und natuerlich unseren Spielleuten Skadefryd zu lauschen, welche mit ihren Weysen die Besucher erfreuten. An Speys und Trank mangelte es nicht; wiederum wie im vergangenen Jahr gab es Fleysch von der Wildsau am Spiesz und andere Koestlichkeyten, Gerstensaft, maurisch Gesoeff; es war fuer jeden etwas dabey.

    Des Abends machten wir uns dann auf den Weg zurueck zu unserer Herberge, um dort wieder in lustiger Runde den Tag ausklingen zu lassen.

    Der Sonnentag liesz uns hoffen, dasz er sich von der Sonnenseyte zeygen moege und so geschah es dann auch. Nach eynem weyteren vielfaeltigen fruehen Mahl lustwandelten wir in freudiger Erwartung gen Citadelle. Stand doch zuerst eyne Besichtigung derselben an. Gefuehrt durch die Katakomben, eyne gar wunderliche Apparatur auf den Lauschern, welche in der Sprache des Lauschers die Geschichte erzaehlte, die  zu Napoleons Zeyten geschah. Wehrhaft  waren sie, die Bewohner der Stadt Bitche, aber letztlich gewannen die Bajuwaren die Oberhand und die Obrigkeyt musste sich geschlagen geben. Gevatter Tod hatte zuvor alle Haende voll zu tun; zu viele starben im Kampf und dazu kamen Krankheyt, Hunger und Durst.

    Sichtlich bewegt begaben wir uns nach dieser historischen Reyse auf den nun eroeffneten Markt. Hatte doch der Wind nachgelassen und so konnten die Marktstaende ohne Gefahr fuer Leyb und Leben besucht werden! Welch eyn Anblick ob der Vielfalt, welche den Besuchern geboten ward. Auch unsere Akami war zusammen mit Boromir Lord of Waterford und ihrem Marktstand vertreten. Edles Geschmeyde aus eygener Herstellung ward angeboten.

    Das sommerliche Wetter lockte gar viele Besucher auf die Citadelle und so musste man, entgegen dem Vortage, schier drey Viertel Stunden um eyn Papyrum anstehen, welches zum Erwerb von Speys und Trank benoetigt wurde; doch dann war es nicht vorbey mit der Warterey - schier eyne Stund und mehr musste man sich gedulden, endlich eynen schmackhaften Fleyschlappen von der Wildsau, dem Rind oder gar Schweyn in dem hungrigen Magen verschwinden zu lassen. Nur gut, dass die Spielleute allesamt fleyssig waren und das Volk immer wieder unterhielten. Immer wieder Handgeklapper belohnte die Spielleute für ihre Weysen.

    Die drey Formatios hatten die Ehre, vor dem Koenigspaar nebst Gefolge aufzuspielen und die Spielleute Skadefryd beglueckten die Herrschaft mit zwey bretonischen Gesaengen, welche wohlbekannt, von eynigen der Gesellschaft mitgesungen wurden.

    Es kam keyne Langeweyle auf und so nutzten die Mayden und Recken den wunderschönen Tag. Das Wetter-Orakel tat kund, dass es zur 5. Stund nass werden sollt. Nun - wir hatten wohl das Glueck auf unserer Seyte - der Regen setzte erst zur 7. Stund eyn, da waren die meysten Besucher schon auf dem Heymweg und auch die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e. V. machten sich auf den Weg zur Herberge, um sich vor dem grossen Ereygnis aufzuwaermen. Erwartete uns doch zur 10ten und eyner halben Stund das Feuerspektakel, welches als Dankeschoen für die Akteure von der Stadt Bitche gespendet ward.

    Es war eyn grossartiges Spektakel. Wir betrachteten das feurige Schauspiel auf eynem grossen, grasbewachsenen Feld, welches gedacht war, Ballspiele stattfinden zu lassen. Aber nun bevoelkerten Hunderte von Zusehern den Platz und reckten die Haelse in die Hoeh... ueber 20 Minuten dauerte dies Schauspiel und eyn jeder war ueberwaeltigt und der Zauberer des Feuerspektakels ward mit viel Handgeklapper belohnt!

    Gut gelaunt wandelten wir zurueck in die Herberge, um den wundervollen Tag, oder besser gesagt, das wundervolle Wochenende bey eynem Glas Perlwasser ausklingen zu lassen. Eynige mussten uns leyder vor dem Spektakel verlassen, rief sie doch der Meyster zur Arebeyt in heymatlichen Gefilden. Fuenf Mayden und Recken jedoch genossen noch eynmal das wundervolle Fruehstueck der Familie Becker.

    Mit Wehmut verabschiedeten wir uns von unseren Herbergswirtsleuten, nicht ohne zu versprechen, dass wir im kommenden Jahr wieder kommen wuerden.

    Tja - was soll man sagen - wer nicht dabey gewesen, hat etwas Wunderschoenes verpasst...

     

  • Am 10. Tage im Heuert trafen sich eyn Dutzend Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V., um die Reyse zur Burg Falkensteyn in der Pfalz anzutreten. Treffpunkt war wie immer auf dem Parkplatz der stinkenden Kutschen zu Seckinga, auch Auplatz genannt. Zur 2. Stunde im Meridianus waren die stinkenden Kutschen  mit Gepaeck und Personen vollbepackt.

    Eyn weyter Reyseweg stand uns bevor. Eynerseyts wollten wir eynen neuen Markt besuchen und andererseyts begleyteten wir die Spielleute Skadefryd, welche fuer 2 Tage das Publikum mit ihren Bardengesaengen unterhalten durften.

    Die Sonne zeygte sich wieder von ihrer besten Seyte und dementsprechend heysz war es. Vier Stunden nach Reyseantritt wurde eyne Pause eyngelegt, um die Fuesze zu vertreten und um eyn osmanisches Heyszgetraenk zu sich zu nehmen. Danach ging es weyter und nach eyner weyteren Stunde waren wir auf der Burg Falkensteyn eyngetroffen.

    Der Maiori selbst nahm uns in Empfang. Er sollte uns verraten, wo wir fuer die kommenden drey Naechte unser Nachtlager beziehen konnten.

    Der erste Eyndruck der Burg war atemberaubend.

    Auf der Burg gab es schon reges Treyben. Die Haendler waren dabey, ihre Marktstaende aufzubauen.

    Nach diesem kurzen Zwischenstopp, fuhren wir weyter, um unsere Herberge aufzusuchen. Es war die Pension „Schwalbennest“ in Marienthal.

    Die Wirtin empfing uns sehr herzlich und wies uns auch gleych die Zimmer zu. Auf unsere Nachfrage wo wir unseren Hunger und Durst stillen koennten, empfahl sie uns die Blockhuette, nur 600 m von der Herberge entfernt.

    Per Pedes begaben wir uns dorthin und wurden ueberrascht, eyne unscheynbare Huette zu sehen. Der Scheyn truegte: sie war alles andere als unscheynbar. Die Wirtsleute waren sehr freundlich und die Kueche bereytete sehr gute Speysen zu. Hunger und Durst wurden aufs Beste gestillt.

    Zurueck in der Pension begab man sich zu Bette, um am naechsten Morgen wieder fit zu seyn.

    Nach eynem reychhaltigen Fruehstueck, am naechsten Morgen, fuhren wir alle zusammen zur Burg. Die Haendler hatten alles hergerichtet. Lederbearbeyter waren anwesend. Geschmeyde, Keramik, Gewandungen, Kopfbedeckungen u.v.m. wurde angeboten.

    Fuer Speys und Trank gab es auf der Burg zwey Tavernen. Eyne war die „Burgstubb“, die haben wir aber nach dem unfreundlichen Umgang mit den Gaesten gemieden und die andere war die „Moenchstaverne“. Dort begaben wir uns stets hin, um uns mit kaltem Gesoeff zu erfrischen und  guter Speys zu saettigen.

    An Unterhaltung war viel geboten: Baelgerbelustigung mit Marie, Trio cum Laute und Skadefryd mit ihrer Musici, das Gaukler-Duo Jomamakü und die Schwarze Bruderschaft. Man hatte keyne Zeyt um Langeweyle aufkommen zu lassen.

    Zur dritten Stunde im Meridianus wurde der Markt offiziell von Philipp von Falkensteyn eroeffnet. Die Schaulustigen, Akteure und Haendler wurden von ihm aufs herzlichste Willkommen geheiszen. Der Maiori und die Prinzessin aus dem Wikinger Dorf durften das Bierfass anstechen. Es gab Freibier fuer die Anwesenden.

    Die Markttore wurden kurz vor der Geysterstunde, gleych nach der Feuershow, geschlossen. Wir selbst verabschiedeten uns etwas frueher, wollten wir doch nochmal in der Blockhuette zu Abend speysen.
    Gesagt getan und nachdem unsere Waenste wieder gefuellt und unser Durst gestillt waren, begaben wir uns alle wieder zu Bette.

    Am Sonntag nach dem Morgenmahl, die Wirtin hatte wieder koestliche Speys aufgetischt, fuhren wir wieder auf die Burg.

    Es gab freudiges Hallo mit den Haendlern, hatte man in der Zwischenzeyt doch die eyne oder andere Freundschaft geschlossen.

    Auch an diesem Tag fehlte es nicht an Unterhaltung fuer die Schaulustigen. Bis es dann kurz nach der 6. Stunde im Meridianus anfing zu regnen. Das fuehrte dazu, dass alle Besucher nach Hause fuhren und damit das Tavernenspiel abgesagt wurde.

    Auch eyn Teyl von uns musste am gleychen Abend noch die Heymreyse antreten, da am naechsten Tag die Arbeitspflicht wieder rief.

    Die Restlichen fuhren nochmals zur Blockhuette, um zu Speysen und anschlieszend fuhr man wieder in die Herberge um sich zu Bette zu begeben.

    Am Montag dann, mussten auch die restlichen Mitglieder ihre Heymreyse antreten. Die stinkenden Kutschen wurden wieder beladen und ab ging es Richtung Heymat.

    Wieder eynmal war es eyn tolles und erlebnisreyches Wochenende. Neue Freunde wurden gefunden, die wir in 14 Tagen auf der Citadelle de Bitche wiedersehen werden.

    Eyn herzliches Dankeschoen an dieser Stelle nochmal an Familie Reuter. Sie haben uns ueber diese Tage sehr verwoehnt. Sollten wir wieder in der Umgebung seyn, dann kommen wir wieder.

  • Am 05.Tage des Heuert AD MMXV waren wir zu Ovelikon zu Gast!
    Ovelikon wurde vor 750 Jahren das erste Mal  urkundlich erwaehnet.

    Der adelige Freyherr, Klosterstifter und Minnesaenger Walther von Klingen war dafuer verantwortlich. Er siegelte eyne Schenkungsurkunde, in welcher  die Bezeichnung  „Villam  Ovelikon“  vorkam. Damit war das heutige „Oeflingen“ gemeynt.

    Aufgrund des 750 jaehrigen Jubilaeums waren wir, vom Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V., von der Obrygkeyt des Fest-Komitees eyngeladen worden, um am historischen Umzug teylzunehmen.

    Treffpunkt war beym Parkplatz der Firma Rota YOKOGAWA in Wehr – Brennet um 11.45 Uhr.

    Die Mayden und Recken des Vereyns reysten mit unterschiedlichen Fuhrwerken an. Eynige mit ihren stinkenden Kutschen andere mit dem stinkenden Eysenross.

    Unsere Freunde vom Historischen Eschbach e.V. und die Templerkomthurey Gallenweyler waren extra aus der Ferne fuer uns angereyst, um mit uns am Umzug teylzunehmen. Auch die Spielleute Skadefryd schlossen sich uns an.

    Puenktlich zur hoechsten Mittagsstunde begaben wir uns alle zusammen in Richtung Aufstellungsort. Es war nicht weyt entfernt, aber durch die starke Hitze, kam uns der Weg recht weyt vor.

    Am Ort angekommen, loeschten wir erstmal unseren groszen Durst mit gut gekuehltem spritzigem Wasser. Das tat der Kehle gut.

    Wir fanden vor Ort eyne groeszere Flaeche im Schatten und hielten uns bis zur ersten und eyner halben Stunde im Meridianus dort auf. Die Zeyt verbrachten wir mit gemuetlichem Plausch mit unseren Gaesten. War doch eyniges geschehen seyt unserem letzten Treffen im vergangenen  Jahr.

    Puenktlich zur zweyten Stunde im Meridianus startete der Umzug. 39 Gruppen waren vertreten. Unter anderem die Uesenberger Landsknechte, die Hospitaliter Kommende Suedbaden und die Hans-Mueller-Gruppe, viele Trachtenkapellen aus der Umgebung oder auch Stadtmusiken. Wir hatten die Startnummer 24 erhalten.

    Da es so heysz war, waren nicht viele Schaulustige am Straszenrand. Diejenigen aber, die der groszen Hitze trotzten, bedachten uns mit viel Jubel und Handgeklapper. Die Baelger am Straszenrand wurden von uns mit selbstgebackenen Haferkeksen bedacht. Sie nahmen die kleyne Gabe mit Freude an.

    Der Umzug fuehrte durch den kompletten Ort bis hinunter zur Sporthalle, wo er sich aufloeste.

    Immer wieder gab es von den Schaulustigen kalte Duschen geboten, wie aber auch eyskalten Tee von der Feuerwehr gespendet.
    Eyn herzliches Vergelt’s Gott fuer diese gebotenen Erfrischungen.

    Nachdem der Umzug vorbey war, stillten wir erst wieder unseren groszen Durst. Diesmal nicht nur mit kuehlem spritzigem Wasser, sondern auch mit eynem gut gekuehlten Biere oder mit aus Aepfeln gepresstem Safte.
    Erst spaeter wurde auch der Hunger gestillt.
    Viele leckere Speysen zu  guenstigen  Preysen wurden feylgeboten. Es war fuer jedermanns Geschmack  etwas dabey.

    Nach und nach verabschiedeten sich unsere aus der Ferne angereysten Freunde und die Mitglieder unseres Vereyns , um wieder zu ihren Heymstaetten zurueckzukehren.

    Es war eyn heyszer Sonntag, zeygte doch der Temperaturmesser gnadenlose 46 Grad an, aber eyns ist Gewiss: Wir, die Umzugsteylnehmer des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V., mitsamt unseren Gaesten, haben eynen erfolgreychen Sonntag erlebt. Wir haben unserem Vereyn die volle Ehre erwiesen und ihn praechtig praesentiert. Und ganz nebenbey, die seyt dem vergangenen Jahre bestehenden Freundschaften gepflegt.

    Allen Mitwirkenden die dazu beygetragen haben, eyn großes Dankeschoen. Ihr seyd eyne tolle Mannschaft.

  • Man schreybt den 19. Tag im Heuert AD MMXIV. Zur 3. Stund nach Sonnenaufgang versammeln sich Menschen auf dem Kutschenabstellplatz, genannt Auplatz, zu Seckinga.
    An der Gewandung ist leycht zu erkennen, dass es sich hier um Angehoerige des Mittelalterstammtisch Hochrheyn handelt, die es an diesem Satertage so frueh aus der Schlafstatt getrieben hat.
    Hat man doch von eyner befreundeten Gemeynschaft, die sich "Historisches Eschbach" nennt, eyne Eynladung zur Lagerey mit dem Namen "Camaraderie Médiévale" erhalten, die am Ortsrand zu Ascabah abgehalten werden soll.
    Die Kutschen waren saemtlich prall gefuellt. So mussten fuer diesen Anlass ja nicht nur die Schlafutensilien mitgefuehrt werden, neyn auch die transportablen Behausungen mussten aus den Kellergewoelben herausgekramt werden. Und so ergab es sich, dass die Kutschen vor lauter Fellen, Decken, Essgeschirren, Feuerschalen u.v.m. ueberquollen.
    Und nachdem dann auch die letzten Mitstreyter eyngetroffen waren, setzte sich die Karawane zur 8ten und eyner halben Stunde in Bewegung in Richtung Ascabah.
    Der Himmel war klar und strahlend blau. In wenigen Stunden wird uns wohl die Hitze eyngeholt haben.
    Deswegen trieben wir unsere Rosse an, um keyne Zeyt zu verlieren. So hatten wir doch  zu Prahmbach noch weytere Mitstreyter aufzunehmen.
    Die Kutschen rollten wie der Wind und zur 10ten Stund trafen wir zu Ascabah eyn.
    Der Lagerplatz war noch leer, nur die ersten fleyssigen Helfer von "Historisches Eschbach" huschten flink ueber die Lagerflaechen.
    Nachdem die Standorte unserer Behausungen abgeklaert waren, entluden wir unsere Kutschen, stellten diese auf eynen speziell dafuer vorgesehen Sammelplatz und begannen mit der Werkeley.
    Die Temperaturen waren noch sehr angenehm fuer diese beschwerliche Arbeyt. Aber nach etwas mehr als eyner Stunde waren die Behausungen aufgestellt, die Schlafstaetten hergerichtet, die Saecke mit frischem Heu befuellt, die Laternen fuer die Nachtzeyt aufgerichtet.
    Nach und nach fuellte sich die Lagerstaette. Trafen doch die Hospitaliter, die Templerkomthurey Gallenweyler und die Templerkomthurey Freyburg mit ihrem Gefolge noch eyn. Und so wurden saemtliche Behausungen im groszen Rund erstellt, mit eynem schoenen groszen Platz in der Mitte, an welchem am Abend das grosze Feuer brennen sollte.
    Mit fortschreytender Zeyt wurde es zusehends waermer und waermer. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns hernieder. Aber es war an alles gedacht: eyn Wasserspeyer tat seyne wertvollen Dienste. Ob Maennleyn oder Weybleyn, egal, jeder liesz sich vom Wasserspeyer die Kleyder, Kopf und Haar benetzen, nur so liesz es sich aushalten.
    Eyn kuehler Schluck des guten Bieres tat gut, aber das mit Luftblasen durchsetzte Trinkwasser erschien unsereyns zu diesem Zeytpunkt um Vieles schmackhafter.
    Die tragbaren Eyskeller gerieten bey diesen Temperaturen schnell an Ihre Grenzen.
    Nach getaner Arbeyt versammelten sich die Lagereyteylnehmer unter eynem groszen Sonnensegel um gemeynsam eyne Kleynigkeyt zu speysen. Hierbey wurden erste neue Kontakte geknuepft und man tauschte sich eyn wenig aus.
    Nachdem auch die Spielleute "Skadefryd" gesaettigt waren, gab man sich fuer eyne Weyle dem Gesang und dem Musizieren hin, was von den uebrigen Gewandeten mit Handgeklapper bedacht wurde.
    Mit Gespraechen unter schattigen Plaetzen, dem eynen oder anderen kuehlen Trunke, verbrachte man den Tag in groszer Gemeynschaft und Ausgeglichenheyt.
    Zur 7ten Stund im Meridianus lud schlieszlich das grosze Feuer in der Mitte des Platzes zur abendlichen Atzung eyn.
    Fleyschspiesze, Fleyschlappen, in Haeute gepresstes Fleysch - alles fand seynen Platz auf dem groszen Eysengeflecht, um dieses zu garen. An anderer Stelle wurden schmackhafte Salate dargeboten, die von den Lagereyteylnehmern zubereytet worden waren. 
    Zu diesem Mahl durfte dann aber eyn Becher des kuehlen Bieres oder des guten Weynes nicht fehlen - gesagt, getan!
    Nachdem die Waenste zu aller Zufriedenheyt gefuellt waren und die Nacht hereynzubrechen begann, wurden die Baenke zur Feuerstelle getragen, wo man sich in groszer Runde darnieder liesz.
    "Skadefryd" musizierte, die Menschen sangen mit, tanzten ums Lagerfeuer herum, waren eynfach nur begeystert! Es wurde gescherzet, es wurde viel gelacht! Eyn munteres Voelkchen hatte sich hier versammelt fuerwahr!
    Und nach dem es letztlich vollstaendig dunkel ward, boten uns die Feuergauklerinnen von "Historisches Eschbach", als auch die Feuergauklerbaelger, ihre Kunst dar. Wunderbare Kunst und der Nachwuchs, der mit magischem Licht hantierte welches niemals ausgeht, zeygte, dass sie den Groszen in Nichts nachstehen. Teylweyse wurde die Feuerkunst zu den Weysen von "Skadefryd" dargeboten. Hier muss den Feuergauklern eyn richtig dickes Lob ausgesprochen werden - eyne sehr unterhaltsame Gaukeley!
    Zur Geysterstunde wurden schlieszlich noch magische Feuerspiele entfacht, die bunte Lichter ueber den Lagerplatz  erstrahlen lieszen.
    Bey wunderbar angenehmen Abendtemperaturen sasz man noch bis lange nach der Geysterstunde in froehlicher Runde beysammen. Die Kuenste unseres  Trumelers Franck konnte man noch fast bis zum Hahnenschrey vernehmen. Ward er doch nimmer muede damit, seyne flinken Finger ueber die Felle der Davul gleyten zu lassen.
    Zum Tagesanbruch wurden die Lagereyteylnehmer aber unsanft durch das Grollen des Donners geweckt. Und kurz danach prasselte auch schon der Regen herab. Der Himmel zeygte sich in grau und schwarz und es war absehbar, dass sich das Wetter an diesem 20. Tag im Heuert nicht mehr erholen wuerde. So erhob man sich und packte geschwind seyne Schlafutensilien und die Eynrichtungen der Zelte in die Kutschen und schlug letztlich bey stroemendem Regen die Zelte ab.
    Man setzte sich schlieszlich noch unter dem Sonnensegel, dass auch hervorragend gegen den Regen schuetzte, zusammen. Es wurden Wetterprognosen ausgetauscht, die allesamt nicht Gutes prognostizierten.

    Der Lagervogt Sepp hatte zwischenzeytlich seynen Maegden aufgetragen fuer eyn fuerstliches Fruehstuecksmahl zu sorgen und so geschah es. Es wurden reychhaltige Speysen aufgetragen, es mangelte an nichts! Eyne wahre Pracht dies alles anzusehen und natuerlich auch zu verkoestigen. Man konnte sich an eynem heissen osmanischen Gebraeu erlaben, sich eynem heyssen Aufgussgetraenk aus dem Reych der Mitte hingeben oder ausgepresste Fruechte zu sich nehmen. An alles ward gedacht!
    Man tauschte waehrend der Speysung noch eynmal Gedanken aus, liesz den Abend nochmals am geystigen Auge vorbeyziehen und befand die Lagerey allgemeyn als sehr gelungen!
    Ploetzlich frischte der Wind auf und der Regen verdichtete sich. Nachdem die Windboen deutlich heftiger wurden, blies man allgemeyn zum Aufbruch. Der restliche Abbau wurde in fleyssigster Arbeyt bewaeltigt und schlieszlich stiegen die tapferen Recken und huebschen Mayden alle in ihre Kutschen und man fuhr in alle Himmelsrichtungen davon.
    Man hatte sich das Versprechen gegeben, sofern Lagervogt Sepp im Jahre des Herrn MMXV wieder rufen sollte, sich an dieser Staette wieder zu versammeln.

    Den Hospitalitern, der Templerkomthurey Gallenweyler, der Templerkomthurey Freyburg und nicht zuletzt "Historisches Eschbach" sey abschlieszend nochmals herzlichst fuer dieses sehr angenehme Freundschaftslager gedankt. Ihr seyd alles richtig gute Freunde geworden.

     

  • Seit vielen Sommern rüste ich mich mit den Meinen für das Phantasie- und Mittelalterspektakulum.
    Die guten Reisekleider werden gebürstet und das feste Schuhwerk eingefettet und eine Sohle, wenn es denn sein muss, vorab ausgebessert.
    So ein mittelalterlicher Markttagbesuch in der Umgegend ist nun schon nichts Besonderes mehr. Das stimmt wohl, denn viele andere spannende Dinge tun wir auf unseren Zeitreisen. Dies könnt ihr "Fremden" unter den Lesern in unseren kleinen Geschichten erfahren, welche hier aufs Neue im magischen Netze erscheinen.
    Ist Unsereins aber erst einmal auf so einem Spektakulum angekommen, lässt es das Weiberherz doch immer wieder in Verzückung geraten. All die bunten und reichgefüllten Stände, der Duft von leckeren Spezereien und das Betrachten der Zeitwanderer ist ein rechter Zeitvertreib. Auch für die Mannsbilder ist sicher der ein oder andere Handel von Interesse. Gutes Gesöff in der Kehle macht sie wohlgestimmt und die Geldkatze wird schon mal geöffnet um der Liebsten den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. So war es schon immer! Dann ruhte man im Schatten der Bäume noch ein Stündlein aus und trat den Heimweg an.
    Ein Weibsbild, wie ich selbst eines bin, wünscht sich aber ab und zu ein wenig Kurzweil im Kreise von lieben Menschen an solchen Tagen und darüber hinaus.
    Nun, das war bis vor einem Sommer und dem Frühling davor ein Wunsch der offen blieb.
    Dann geschah es, dass unser Völkchen am Hochrhein sich fand, dem ich mit Mann und Kind und Kindeskind auch angehöre. Von nun an änderte sich unser Leben im Mittelalter. Wenn wir jetzt über den Markt schreiten,treffen wir auf viele von uns.
    Schon beim Abstellen der stählernen Kutschen auf den Trockenwiesen vor dem riesigen Marktplatz erblickt das geübte Auge die Wägelchen der befreundeten Gevattern. Freude erfüllte uns, wer alles anzutreffen sein würde. Und wie von selbst finden wir zueinander. Berichteten uns das Neueste an schnell errichteten Tafeln, zu dem sich die ritterlichen Mannsbilder, im wahrsten Sinne des Wortes, zu einem kleinen "Bankraub" hinreißen ließen, damit all die schönen Frouwen an ihren Seiten die müden Beine ausruhen konnten. So mussten sie nicht im grünen  Grase Platz nehmen, sondern fanden auf einem hölzernen Bänkchen einen Rastplatz. Es war ein wirklich herzliches Beisammensein, bei dem der Alltag weit ab liegen blieb,für diese Stunden unter sonnigem Himmel. Ich glaube, selbst wenn Petrus es nicht so gut gemeint hätte, wär' die Zeit ebenso prächtig verstrichen.
    Nein, jetzt sind es nicht mehr nur Markttage wie jede anderen. Wir machen uns selbst etwas Gutes daraus. Da können uns auch die ab und an stattlichen Forderungen der Händler und Kaufleute nicht schrecken. Es gab auch ebenso viele mit redlichen Preisen für gute Waren.
    Also ihr Vorbeigeher und Schauer dieser Seiten, wenn ihr auf der Suche seid, so wie ich einst, findet uns doch auf den Märkten. An unserem Zeichen erkennt ihr uns! Es steht am Anfang dieser Seite und wir tragen es am Gewand! Kommt dazu, dann wird es immer schöner werden.Wir plaudern gerne über unsere kleinen handwerklichen Beschäftigungen oder schwatzen über Vita, Vina und Musica. Neuankömmlingen geben wir stets gerne Auskunft über das, was wir selbst schon erfahren haben. Viele Bannen uns auch in kleinen Kistchen, die später bunte Bildchen zeigen können. Unser Gevatter Tod ward an diesem Tage mit großer Aufmerksamkeit beschenkt worden. So nahmen einige sein Abbild mit in die Heimat.
    All jenen, die aus unseren Reihen dabei waren, sende ich einen herzlichen Gruß.
    Zu Weil am Rhein versammelten sich mehr als zwei Dutzend unserer Mitglieder. Das war schon sehr ordentlich, findet ihr das auch?

    Bleibt allesamt gesund, sagt Euch die Schreiberin und reinigt nunmehr die Feder von schwarzer Tinte!

  • An dem 27.Tage im Heuert machten sich einige gut gelaunter Gesellen (und-innen) auf den Weg zur Citadelle de Bitche in Lothringen. Die Buchfinken sangen schon früh ihr Lied, als wir aufbrachen. Auf die pferdestarken Kutschen war meist Verlass und so erreichten wir unsere Herberge nicht lange nach der Terz und erfreuten uns sogleich an der Gastlichkeit unserer lothringischen Herbergsleute. Die Zimmerlein da waren so freundlich hergerichtet, dass keine Sehnsucht nach dem heimischen Strohlager aufkam.

    Frisch Gewandet zogen wir zur Burg hinauf und bestaunten die mächtige Anlage und auch einige Sträßlein und Häuser, die wir bis dahin kreuzten und erfreuten unsere Augen mit ihrem schönen Ansehen.

    Die wärmende Sonne meinte es, wie schon so oft in diesen Sommertagen, erbarmungslos gut mit allen Wanderern. So haben wir uns gar kühlen Gesöffen hingegeben, sobald wir den ersten Anstieg und den kleinen Wegzoll hinter uns gelassen hatten.

    Noch trutziger erschien uns die Zitadelle beim Näherschreiten. Die Historie hatte uns von nun an voll und ganz in ihren Bann gezogen und wir wanderten auf Schusters Rappen mit bedächtigen Schritten rings um den Burggraben und trafen so manche Gleichgesinnte, die dort ihr ordentliches Lager aufgeschlagen hatten und sich im Schatten der Bäume von den Mühen des Tagwerks erholten oder gar kleinen Vorbereitungen für abendliche Schmausereien trafen. Der Ausblick von dieser Höhe auf Wald und Stadt lohnte uns redlich für die Mühe des Aufstiegs. Die Sonne vollbrachte derweil Erstaunliches.

    Gar oft hatten wir ein lustiges Wörtlein auf den Lippen und der Sand im Stundenglas rann zügig. So zogen wir schließlich zur Speisung auf den Burgberg, vorbei an Handwerkern und Händlern, welche hier Markt hielten. Zuweilen trafen wir auf Landsleute, Knappen und Ritter, auch Spielleute fanden sich mehr und mehr ein. Gewaltig tat sich die Burg auf. Ja, in ihrem Torgang hätten wohl hundert Mannen und ein paar Ochsenkarren mühelos Platz gefunden.

    Wo einst Häuserdächer die Zitadelle schmückten, verweilten nun Händler bei einem warmen Lüftchen. Der Marktvogt, derweil, hatte für das herannahende Volk gute schattige Plätze bereitet und gar treffliche Speisen heraufschaffen lassen. Met, Bier, Wein - es rann im Überflusse. Alles war für nicht allzu großes Marktgeld zu erstehen und mundete uns vorzüglich. Ein Augenschmaus allein war schon der Anblick von brutzelndem Vieh am Spieße. An dem wollten wir uns wohl zur Abendstunde laben.

    Zur nachmittäglichen Stunde, es wurde heißer und heißer, so stiegen wir hinab in die Katakomben und lauschten, was es da über die Geschichte zu berichten gab. Viel Menschenschicksal ist wohl mit der Zitadelle verwoben. Wenn die Mauern sprechen könnten- ganze Bibliotheken würde man mit den Geschichten füllen. Nebenbei kühlten unsere durchgewärmten Leiber ab, es war eine Lust, fast wie ein Bad im kühlen Quellwasser.

    Wieder am Tageslicht ging es nicht lange, da hörten wir Spielleute. Gar trefflich lockten sie die Töne aus ihren Instrumenten. Uns zog es schnell an Ihre Seite und wir sangen und klatschten zum Takt, wie es uns gefiel. Sie waren erfahrene Spieler und Sänger, gar manche Sommer verbrachten sie schon auf der Burg. Allzu oft war in allen Augen ein strahlendes Lachen und Vorbeigeher und Schauer erfreute sich auch an unserer illustren Runde und dankten mit Freude in den Gesichtern für dieses und jenes Ständchen. Die Sonne neigte sich, die Abendsterne zogen auf und eine feurige Illusion beschloss mit den Musikern von „Heidenspaß“ das Fest auf dem Plateau. --- Die Pest ward ausgebrochen, das Volk trieb es die Burg hinab und noch weit hörten wir die Wehklagen der Mütter um ihre verlorenen Kinder.

    Wir betteten auf unseren Lagern die geschundenen Füße und müden Häupter zur Ruhe. Zuerst einmal froh, dass unser Wirt die Kemenaten so gut es ging, gekühlt hatte, schliefen wir den gerechten Schlaf und dankten noch, vor Unbill davon gekommen zu sein. Wohl oft schon waren unsere Wirtsleute Gastgeber für Volk wie unser eines. So gut hatten sie es studiert, dass sie genauestens wussten, was uns am Morgen nach dem Feste so munden könnte.

    Nach Schmausen und Plauschen zog es uns wieder hinauf auf die Zitadelle, denn heuer sollten einige Knappen die Schwertleite erreichen. Wir mischten uns beim Aufstieg unter die Gesellschaft. Es war schon ein großes Getue. Dem konnte sich keiner mehr entziehen. Für geladene Gäste gab es hernach eine festliche Tafeley mit Musik und Tanze und auch das übrige Volk labte sich an den Ständen mit Speis und Trank. Unsere Spielleute vom Vortage trafen wir wieder. Heute weinte zwar der Himmel bisweilen. Aber in unseren Herzen war genug Sonne und aus den Kehlen der Musiker erklangen schöne Weisen ohn´ Unterlass. Deus Aie so der Name der Spielleute wurden für die Zeit auf der Zitadelle zu guten Weggefährten. Allesamt hoffen wir auf ein Wiedersehen irgendwo, irgendwann. Besonders hoffen dies unsere Mitgesellen von Skadefryd. Sie waren mit Gesang und Trommelschlag kaum zu bremsen dieser Tage. Und wer weiß es schon, vielleicht ist es das nächste Mal ein Treffen mit Freunden?

    Der Abschied in unserer Herberge endete ebenfalls mit dem Versprechen auf eine Wiederkehr. Der Wirt versprach stets frisches Brot bereit zu halten. Notfalls backe er daselbst, um seinem Namen alle Ehre zu machen. Denn er ist ein Herr Bäcker, der einst Maler war.

    Es zog uns heimwärts. Müde aber glücklich, fanden wir die Reise in unserer Gesellschaft durchaus sehr lohnenswert und ein recht harmonisches Band knüpfte sich in so mancher Stunde etwas fester. Ihr glaubt es nicht so recht? Dann kommt im nächsten Jahr doch einfach mit uns.

    Noch lange schwirrten die Klänge durch mein Gemüt und mein Geist wollte gar nicht ruhen. --- Was es damit auf sich hat, Skadefryd wird’s lesen an der Werkeley am kommenden Sonnenabende oder irgendwann.

    Und die mit dem Seelenfänger eingefangenen Bildleyn gibt es für Vereinsmitglieder in der Galerie im FORUM zu sehen.

     

  • Am 27. und 28. Tage des Heumondes besuchte eyne Gruppe des MASH das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Karlsruhe.
    Unsere Reyse begann am Samstag zur 9. Stunde mit der stinkenden Kutsche unseres Hans-Met-Wurst. Zur Mittagsstunde erreichten wir unser Ziel und starteten erst mal mit einem Stadtbummel durch.
    Nachdem wir unsere Bleibe bezogen hatten warfen wir uns in unsere Gewandung und trudelten zum Markt hinter dem wunderschönen Schlossgelände.
    Bei brühender Hitze schlenderten wir ohne Schuhwerk über den Markt. Zur Abkühlung boten sich uns zahlreiche Duschen und Sprenkleranlagen an, wo klein und groß freudig hindurchsprangen.

    Auch an Speys und Trank mangelte es keineswegs. Von Fleyschbräterei, süßem Gebäck bishin zu einem kühlen Eis war für Jedermann was dabei. Unseren Caela hatte es vor allem der "Elfentau" angetan, welcher als "neues" Getränk angeboten wurde.
    Das kleine Met-Würstchen fuhr in seinem eigenen kleinen Marktkarren vor. Auch die Spielleute heitzten die Stimmung ordentlich ein. Zur Musik von Saor Patrol und Metusa tanzten wir unter strahlend blauem Himmel, aber auch am Sontag im strömenden Regen mit alten und neuen Freunden vor der Bühne.
    Ein besonderes Highlight war "Bad Holly" bei dem Caela mit Saor Patrol auf der Bühne trommeln durfte.
    Leyder ging das Wochenende wieder viel zu schnell vorbei und so fuhren wir zur Abendstunde des 28. Tages des Heumondes mit heisere Kehle vom Singen und schmerzenden Waden vom Tanzen und Springen in Taranis stinkender Kutsche wieder in die Heimat zurück....
  • So seyd gegrüßt allesamt zur frühen Stund und leset und staunet, was der Gevatter daselbst zu berichten hat!

    Am vergangenen Satertage, dem 20. des Manot Ernting trafen sich die Spielleute der Formatio SKADEFRYD zu ihrem ersten offiziellen Auftritt, denn sie waren geladen zur Bereycherung der 30. Erscheynungsfeyerlichkeyt der liebreyzenden Annelie zu Schachen.

    Die Spielleute nebst Leopold dem Fugger und Instrumenten scharten sich um die stinkende  Kutsche unseres Schlagwerkers Franck, und dieser steuerte das gar seltsame Gefaehrt zu der Behausing zu Schachen, wo wir schon sehnsuechtig erwartet wurden.

    Da es die Sonne sehr gut meynte, waren wir eyner Erfrischung vorab nicht abgeneygt, doch dann draengte es die Spielleute zu den Instrumenten, und das anwesend Volk versammelte sich, um den Weysen zu lauschen... Die Merseburger Zaubersprueche eroeffneten den Liederreygen, und nach 2 Zugaben und Loch Lomond wurden die Spielleute frenetisch gefeyert ob ihrer Darbietung, und es wurde zur gar trefflich reychhaltigen Atzung gerufen. Unsere Gestgeber, die liebreyzende Annelie nebst Ihren Eltern Martin und Marion von Halla, kredenzten eyn Mahl, was ganz nach zeytgemaesser Art zubereytet; Allerley Fruechte aus Feld und Garten, suess, und deftig, erfrischend und würzig, auch eyniges Federvieh war wohl nicht ganz freywillig uebers Feuer geraten, um hernach die Waenste aller zu fuellen. Es war eyne Runde gleych eyner grossen Familie, denn fuer die Kleynsten unter uns ward eyn Kinderhort bereytet, so sich die ganz kleynen Mayden und Recken entfalten konnten. Unser kleyner Ablasseyntreyber Leopold fuehlte sich ausserordentlich wohl, und dies genoss auch Andrea, neben Spielfrau auch Mutter desselben, da dieser sich lieber mit Wasser und Gegend erkunden verweylte als an der Mutter Brust (heda, keyne gar magisch beweglichen Bildleyn im Kopfe)

    Nach der vortrefflichen Atzung und eyner grossen Thalerspende im Gepaeck fuehrte uns unser Weg hinab ins Thale zu unserer Stammtaverne zu Seckinga, wo wir, die Spielleute, sehnsuechtig erwartet wurden.

    Nach eyner kleynen Pause machten sich die Spielleute daran, ihren Instrumenten und Stimmen die Melodeyen zu entlocken, auf die die anwesenden Mitglieder gewartet hatten, und das restliche Volk war gar sehr erstaunt, neben der trefflichen Atzung auf dem Muensterplatz noch mit Bardengesaengen verwoehnt zu werden. Die Spielleute ernteten reychlich Beyfall und zu vorgerueckter Stunde erblickte unser Gunnar vom Siechenhofplatz den Nachtwaechter zu Seckinga, welcher bald eyne Schar Mannsbilder, allesamt Obrigkeyten der silber-blauen Zunft, in die Geschichte von Seckinga eynfuehren wuerd. Unser Gunnar, gar nicht faul, machte dem Nachtwaechter deutlich, dass es unbedingt erforderlich sey, die hohen Herren schlussendlich mit den Bardengesaengen von SKADEFRYD zu unterhalten.

    Es dauerte eyne Stund, da tauchten die Mannen aus der Dunkelheyt auf, um sodann durch unseren Primus begruesst zu werden und was dann geschah, das geht in die Annalen der Historie eyn: die hohen Herren waren aeusserst angetan ob der Gesaenge und sangen, soweyt textsicher, gar frenetisch mit, und schlussendlich ward die Ablass-Schale gefuellt und das Fass Nr. 12 ward eyn wenig leerer. Und so kann es durchaus seyn, dass die Formatio von eynem der hohen Herren eyngeladen wird zu eyner Feyerlichkeyt zu Constantia am Lacus Bodamicus.

    Kurzum - eyn gelungener Tag fuer unsere Getreuen vom MASH und auch eyne weytere Feuerprobe fuer unsere Formatio SKADEFRYD, und bestimmt wird die Schwarze Zunft ebenfalls darueber berichten.

    So seyd bedankt fuer die Aufmerksamkeyt, der Gevatter wuenscht im Namen der Obrigkeyt des MASH eyne erfolgreyche Zeyt und fuer diejenigen, die sich fuer eynige Tage aus dem Staube machen, der Gevatter meynt, es wird Urlaub genannt, geruhsame Tage, kommt gesund wieder in unsere Gefilde.

    So gehabt Euch wohl, bald werden wir uns wiedersehen

    Euer Gevatter Tod

  • Seyd gegrueßt allesamt, so leset, was der Gevatter daselbst zu berichten hat!

    Am 13. Tage des Manot Heuert, es ist der Satertag, trafen sich viele Mitglieder des MASH zu Seckinga, um gemeynsam zur Kutschenstation zu wandeln, um mit dem schnaubenden Ross gen Laufenburg zu reysen. Puenktlich erschien dann auch die gar seltsame, auf eysernen Straengen fahrende Kutsche (von wegen schnaubend, es ward mit magischen Kraeften gefuehrt) und nahm uns auf seyner Reyse mit und spuckte uns an der Kutschenstation zu Laufenburg aus. Der Kutscher erschien dann auch, und er war erleychtert, nachdem ihm der Gevatter frohe Kunde ueberbrachte und ihm sagte, dass der Gevatter nun nicht weyterreysen würde.

    Sodann wandelten wir, schwer bepackt mit Davul, Cajon, Guitarra und Dulcister, zur Taverne, um zunaechst die Instrumente zu lagern, da eyn grosses Ereygnis anstand -  Graf Hans daselbst, seyt ueber 500 Jahren immer wieder unter den Lebenden weylt er, hat es sich nicht nehmen lassen, uns Kunde zu tun ueber die Zeyt des Mittelalters und auch des 30-jaehrigen Krieges. Ja nun ists heraus, das grosse Geheymnis des Gevatters, Graf Hans ist ein Wiedergaenger, der vom Gevatter daselbst die Erlaubnis hat, aus dem Grabe aufzusteygen, um den Menschen zu berichten, was sich zugetragen...

    Ueberaus Interessantes wurde berichtet, was sich zugetragen in den alten Zeyten, von Krieg, Liebe, Mord und Verrat, auch ueber das Leben des Grafen daselbst nahm er keyn Blatt vor den Mund, er war eyn gar lustiger Gesell, der lieber in der Taverne weylte, anstatt dem Ruf der Glocken zu folgen, um den hmmm "interessanten" Worten des Pfaffen zu lauschen.

    Sodann am Ende der interessanten Geschichten ward der MASH eyngeladen bey eynem Druiden daselbst, der uns Wunderliches über die ganz alten Zeyten zu berichten wusste. Zur allgemeynen Freude ward eyn erfrischendes mystisches Getraenk gereycht, welches nach dieser Wanderung, die leyder auch von Regen begleytet wurde, gerne von uns angenommen wurde!

    Der Graf bedankte sich ob des grossen Zuspruchs und wir wandelten zu unserer Taverne, wo wir auch gleych auf eynen Umtrunk von der Kuechenmagd eyngeladen wurden. Anwesende Nichtgewandete rieben sich erstaunt die Aeugleyn und waren entzueckt, unseren bunten Haufen zu sehen.

    Bevors jedoch ins Gewoelbe ging, um die trefflich Atzung zu uns zu nehmen, mussten wir nach alter Sitte am Brunnen vor der Taverne die Haende waschen, sonst gabs keynen Zutritt zum Gewoelbe.

    Dann war es endlich soweyt, wir fanden eynjeder seynen Platz und setzten uns auf unsere Afterballen naja, der Gevatter daselbst nicht.... und wir harten der Dinge, die da kredenzt wuerden.

    Bevor es zur gar trefflichen Atzung ging, wurden wir von der Kuechenmagd aufgeklaert ueber den Unterschied von eynem Gasthaus und eyner Taverne. Das Gasthaus durfte alles an Speysen darbieten, aber die Taverne durfte nur die Speysen darbieten, welche sie daselbst angepflanzt oder erjagt hatte. Nun - wir waren in eyner Taverne, und es ward aufgetischt:

    Fleysch vom Hasen, vom Wildschweyn und auch Ente ward gereycht, dazu Sosse vom Steynpilz, Knoedel und Rotkraut, Dazu gar seltsame Speys aus den Landen jenseyts der grossen Berge, der Gevatter meynt, sie wurden Nudeln genannt.

    Nach der vortrefflichen Atzung draengte es das Volk vor die Taverne und dann war es soweyt - SKADEFRYD unterhielt das Volk mit seynen Weysen, und nicht nur die Mitglieder vom MASH waren hellauf begeystert, neyn - auch das andere anwesend Volk belohnte die Weysen mit frenetisch Handgeklapper. Nun, wir nutzten die Gunst der Stunde, und unsere junge Caela ward als Ablasseyntreyberin herumgeschickt, die Geldkatzen der Anwesenden etwas zu erleychtern, was diese sich auch gefallen liessen. Nach 4 Zugaben draengte es die Formatio, nachdem sie sich standesgemaess bedankte und sich verabschiedete, zusammen mit den restlichen Mit- und Ohnegliedern des MASH zurück in die Katakomben, um weyter in lustiger Runde den Anekdoten zu lauschen, die der eyne oder andere zu berichten wusste, und es fiel dem Gevatter auf, dass des Oefteren das Wort "Titisee" genannt ward, Eyngeweyhte wissen genau, was hiermit angedeutet ward.

    Zu vorgerueckter Stund wurden wir noch eynmal bey Fackelscheyn durch das wunderschoene Staedtchen geleytet um bey der Burg des Grafen Hans eyn trefflich mundendes Getraenk zu uns zu nehmen.

    Weyt nach Mitternacht ward die Groszraumkutsche bestellt, und eyn jeder wandelte zurueck in die heymatlichen Gefilde, ohne zu vergessen, dass es bald eyn Wiedersehen geben wird, und zwar am darauffolgenden Satertage, wo der MASH zum allmonatlichen Stammtisch einlaedt, bey dem das ganze Volk herzlich eyngeladen ward. So hoffen wir, dass das Volk zahlreych erscheyne, wird doch die Formatio SKADEFRYD daselbst wieder aufspielen, aber nicht in den Gewoelben, neyn, auf dem Platze vor dem Muenster wird das Volk unterhalten.

    Es gaebe noch so Vieles zu berichten, aber der Gevatter meynt, DABEYSEYN ist noch viel besser!!

  • Am Wochenende, dem 06. und 07. Tage des Heuert AD MMXIII gab sich der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. die Ehre, an den Feyerlichkeyten zum Gedenken an die Schlacht zu Sempach / Helvetien (1386) teylzunehmen.
    Der Wettergott meynte es nicht nur mit dem Sempachern gut, sondern damit natuerlich auch mit den Mitgliedern unserer Gemeynde.
    Bey herrlichstem Sonnenscheyn und Temperaturen von annaehernd 30 Grad trafen wir mit unseren stinkenden Kutschen in Sempach eyn und fanden direkt am See und in unmittelbarer Naehe zum Fest eyne Moeglichkeyt unsere Kutschen abzustellen. Dies wiederum gefiel unseren jungen Knappen, hatten sie doch keyne so grosse Wegstrecke per Pedes zurueckzulegen.

    Vom Stellplatz aus gelangten wir unmittelbar zur Wiese Seevogtey, auf welcher die unterschiedlichsten Heerlager zu finden waren, sowie vielfaeltige Haendlerey. Es fanden Bogenturniere, Schaukaempfe, Schaukochen von mittelalterlichen Spezialitaeten und Vorfuehrungen der Handwerker statt. In der direkt anschlieszenden Seeallee waren weytere Heerlager zu finden, so wie eine Vielfalt an Baelgerbelustigung.

    Zwischen den Stadttoren fanden sich nicht nur Haendlerey, sondern auch eyne Vielzahl an Tavernen und Spelunken fuer hemmungslose Voellerey.

    Die Festivitaeten wurden am Satertag zur 6. Stunde im Meridianus durch die Spielleute "Koenix" eroeffnet, denen bereyts von Anfang an gelang, die Massen in Schwingungen und Tanz zu versetzen. Direkt im Anschluss zogen die Weyber, Baelger und Rittersleut vom Ochsentor her in die Stadt eyn, um den Sieg ueber die Habsburger zu verkuenden. Das Marktgeschehen war damit offiziell eroeffnet.

    Der Markt wurde durch verschiedene Theaterszenen, die sich ueber das gesamte Innenstaedtli hinzogen herzhaft aufgelockert. Man konnte hier eyniges darueber erfahren, wie die Menschen damals gelebt, geliebt und gestritten haben. Ueber 40 Laienspielerinnen und -spieler kamen hier zum Eynsatz. Die Szenen spielten inmitten des Publikums, in den Tavernen und Spelunken, sowie auf der Strasze und an markanten Stellen in der Stadt.

    Was auch sehr gut gefiel, ist die Tatsache, dass es keyne Buehne fuer Darbietungen gab, sondern diese ebenfalls inmitten des Publikums an zentralen Orten stattfanden. So konnte man die Spielleute von Koenix, Schabernax und Capud Dragonis hautnah erleben. Ebenso die Feuerkuenstler, die eyne beeyndruckende Darbietung zeygten. Bis zur Geysterstunde zeygte sich die Lebenslust in diesem Staedtchen. Von irgendwelchen neumodischen Laermschutzrichtlinien wie die Alemannen sie von der Obrigkeyt auferlegt bekommen, sind die Helvetier weyt weyt entfernt. Hier wurde eynfach nur zu eynem historischen Fest lustvoll gefeyert!

    Am darauffolgenden Balder begann der Tag mit eynem gemeynsamen Morgenbrot im gesamten Stadtkern.
    Danach zog eine wuerdevolle Prozession, angefuehrt vom Harst der Sempacher Krieger, gefolgt von den Vereynen, eyner Delegation Schweyzergardisten, den Klerikern und Ministranten und den Kriegerharsten aus Schwyz, Sursee und Zofingen sowie der Zunft zu Safran, durchs Luzernertor ins Staedtli eyn. Die Obrigkeyt aus der hohen Politik, die Ehrengaeste und die Bevoelkerung schlossen sich an und marschierten durch die Hauptgasse in die Kirche St. Stefan, musikalisch begleitet von der Musikgesellschaft Harmonie Sempach.

    Nach dem Gedenkgottesdienst kam der Auszug aus der Kirche und die Besucherinnen und Besucher tauchten in das Mittelalterfest eyn. Tambouren fuehrten den Festzug aus der Kirche ueber den Kirchplatz, wo die Spielleute von Koenix das Fest mit keltischen Klaengen eroeffnete.
    Wie schon am Satertag stuermte eine Gruppe von Weybern, Maennern und Baelgern durch das Ochsentor um wiederum den Sieg auf dem Schlachtfeld zu verkuenden. Auch an diesem Tage wurden im gesamten Festgebiet Theaterszenen vorgefuehrt. Besonders zu erwaehnen sey hierbey die grosze Theaterszene am Brunnen.

    Bedauerlich
    fanden die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn aber die Tatsache, dass eyn sehr groszer Anteyl der Besucher ohne mittelalterliche Gewandung an den Feyerlichkeyten teylnahm. Hier koennte die Stadt Sempach eyn wenig mehr an die Besucher appelieren. In diesem idyllischen und gechichtstraechtigen Staedtleyn lebt die Gedenkfeyer letztendlich von der Darstellung des Lebens in jener Zeyt.

    Alles in Allem eyn sehr schoenes beeyndruckendes Fest. Wir koennen allen die leyder an diesem Wochenende nicht mitreysen konnten, nur empfehlen, sich diese Gedenkfeyer eynmal anzusehen. Der Termin der naechsten Feyer ist im FORUM-Kalender ausgeschrieben.

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