Taverne Aderl Laufenburg (CH)

Bereyts zu Beginn dieses Annos MMXVI hatte der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. das Ansinnen, vom 13. bis zum 15. Tage des  Ernting eynmal an dem groszen drey Tage dauernden Mittelalterfest „Les Médiévales des Ribeaupierre“ in Ribeauvillé im Elisazon teylzunehmen.

Dieses Ansinnen drang nach Ribeauvillé durch, was zur Folge hatte, dass wir am Abend des 11. Tages im Ernting von Monseigneur Patrick des Ribaupierre, eynem direkten Nachkommen der Adelslinie derer von Rappoltsteyn, die Eynladung erhielten, als Ambassador (Repraesentanten / Botschafter) des Hochrheyns an diesem Fest mitzuwirken. Gerne nahmen wir diese Eynladung an.  Und da sich zu diesem Termine nun bedauerlicherweyse nur eyn kleynes Haeufleyn von Mitgliedern angemeldet hatte, reyste dieses Grueppleyn als Abordnung des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. bereyts am 12. Tage des Ernting mit einem gewissen Stolz nach Ribeauvillé.

Nach entspannter Reyse mit den stinkenden Kutschen trafen wir zur hoechsten Mittagsstunde in dem malerischen Staedtchen eyn. Wir bezogen unsere Kemenaten und begaben uns in den Kern der Stadt, um dort unsere guten langjaehrigen Freunde zu besuchen. Wir tauschten Neuigkeyten aus und die regionalen guten Tropfen wurden selbstverstaendlich verkostet.

Zum Abendmahl wurde unsere liebe und herzliche Tavernenwirtin im „S‘Rappschwirer Stebala“ aufgesucht. Nach bestem Mahle begaben wir uns letztlich zu eynem Gute-Nacht-Trunke in die Taverne St. Ulrich, um dort noch eyn Glaeschen besten Wassers aus Kaledonien zu verkosten. Dann hiesz es, Kemenaten aufsuchen, Kopf darniederlegen und sich auf die kommenden Tage freuen.   

Am Satertage, dem 13. Tage im Ernting erhielten wir von Monseigneur Patrick de Ribaupierre die weyteren Informationen, dass es eynen taeglichen Aufmarsch durch die Stadt Ribeauvillé geben wird, der vom Standort der ehemaligen und nicht mehr existenten Burg derer von Ribaupierre zum Festgelaende im Stadtpark fuehren und somit taeglich die Feierlichkeiten eroeffnet wuerden.

Den Aufmarsch fuehrte jeweyls die Compagnie des Maciliens aus Neuenburg / Helvetien an. Hatten sie doch die Aufgabe den Monseigneur und seyne Adligen gegen Angriffe jedweder Art zu schuetzen.
Des Weyteren hatten sie die Aufgabe, Diebe und Raufsuechtige waehrend des Aufmarsches aufzuspueren und der spaeteren Aburteylung zuzufuehren.

Bey diesem etwa eynstuendigen Aufmarsch durften wir mit unserem Vereynsbanner als Teyl der Adligen des Monseigneurs zum Festgelaende marschieren und uns praesentieren.  

Nach der jeweyligen Eroeffnung der Feyerlichkeiten im Stadtpark, begleyteten wir den Monseigneur und dessen Gattin, sowie seyne Adligen jeweyls zur Begrueszung der Haendler und Handwerker, zu den Vorfuehrungen der Reyterspiele der Troupe Quendor aus Jungholtz / Gallien, welche abends durch eyne Feuerdarbietung ergaenzt wurden oder den Vorfuehrungen der Compagnie des Maciliens aus Neuenburg / Helvetien, die eynerseits Eynblicke in die Geheymnisse des Schwertkampfes und der Schutzausstattungen gaben oder auch Verteydigungs- und Angriffsformationen auf dem Feld vorfuehrten.

Dazwischen gab es, wie bereyts erwaehnet, die Darstellung der Gerichtsbarkeyt bey Diebstahl oder Raufereyen.
Hierzu wurde das Publikum miteynbezogen, indem jeweyls eyn zu Verurteylender aus der Menge heraus „festgenommen“ wurde.
Monseigneur de Ribaupierre war aber stets eyn milder Richter und so kamen die „Fehlbaren“ jeweyls mit milden „Strafen“ davon.
Abends besuchten wir die Feuerspiele der Cracheur des Feu de Ribeauvillé im Pavillon.

Zwischendurch tafelten wir mit den Adligen in eyner speziell fuer diese errichteten Schutzbehausung mit groszer eyngedeckter Tafel. So war fuer uns den ganzen Tag hindurch etwas geboten. Von der Eroeffnung bis zum Schluss der Feyerlichkeyten zur Geysterstunde.

Und dies wiederholte sich an allen drey Tagen. Wir hatten Speysung und Gesoeff in Huelle und Fuelle.

Bei der Speysung wurde taeglich Anderes aufgetischt. Vom Fleysch der Sus scrofa (der wilden Sau), ueber Fleysch des flinken Oryctolagus cuniculus (Wildkaninchen) oder der biederen Sus scrofa domestica (Haussau), dazu gab es Beylagen wie Vicia faba (Saubohnen), Scorzonera (Schwarzwurzel), oder auch vorzueglichst vearbeyteter Allium porrum (Lauch) und vieles mehr. In eyner eynmaligen Ausgewogenheyt zwischen suess und sauer. Eyne Koestlichkeyt.

Wir hatten ueber diese Tage die Moeglichkeit dazu, viele neue Freunde kennenzulernen und uns beym eynen oder anderen Glaeschen kuehlenden Gesoeffs auszutauschen. Es gab auch interessante Informationen ueber die Adelslinie derer von Ribaupierre und deren spaeteren Aufsplitterung  in verschiedene Linien.

Die sprachlichen Barrieren waren an diesen Tagen zu ertragen. Es wurde teylweyse in Oberrheynalemannisch (elsaessich) kommuniziert oder mit „Haenden und Fuessen“ kund getan, was man meynte. Wir hatten zu dem das Glueck, dass unsere vereynseygene Kundige fuer fremde Sprachen sich an diesen Tagen uns angeschlossen hatte und so konnte auch sehr gut in mehrere Sprachen uebersetzt werden.  

Am Montag, dem 15.Tage im Ernting wurden die Feyerlichkeiten zur 6. Stund im Meridianus beendet. Wiederum zogen wir mit Monseigneur de Ribaupierre, seiner Gattin, den Adligen und der Compagnie des Maciliens durch das Festgelaende und verabschiedeten die Haendler und Handwerker.

Mit eynem Aufmarsch unter dem Pavillon wurden alle anwesenden Gaeste verabschiedet und das Fest war damit geschlossen.

Die mitgereysten Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. waren stolz darauf, ueber drey Tage Teyl dieses Festes und Gaeste des Monseigneur de Ribaupierre gewesen zu seyn und die Region Hochrheyn wuerdig vertreten zu haben.

Diese drey Festtage gehoeren mit Sicherheyt zu den absoluten Hoehepunkten unseres Vereyns.