Taverne Aderl Laufenburg (CH)

Am neunten Tage des Heuert AD MMXVI trafen sich die Ritter, Recken und Weyber des Mittelalterstammtisch-Hochrheyn e.V. zum Zwecke der Baelgerbespaszung auf der Wiese beym Barfuszpfad zu Sekkinga.

Die Aufpasserinnen der Eynrichtung „Treffpunkt Kinder e.V.“ hatten uns gebeten,  die alljaehrlichen Sommer-Festivitaeten mittelalterlich zu gestalten.

Man sagte uns, diese Eynrichtung nenne sich „Kindergarten“, jedoch trafen wir die Brut nicht wie erwartet in den Boden eyngegraben, neyn, die Baelger durften frey herumlaufen. Die Bezeychnung war unserer Ansicht nach also sehr irrefuehrend, was dem Erfolg der Veranstaltung aber keyneswegs Abbruch tat.

Bereyts am Morgen trafen wir uns, um alle Vorbereytungen zu treffen:

Das Sachsenzelt musste samt Sonnensegel zum Schutz der zarten Haeute der Kinderchen aufgebaut werden, die Feuerstelle wurde eyngerichtet.

Unser Raginher, der Furchtlose (ich hab nicht verfressen gesagt…) erfreute die Menge mit der Vorfuehrung von Lederarbeiten, Nephilim liesz die interessierten Eltern und Kinder raten, welche Obst- und Gemuesesorten es im Mittelalter in unserer Region bereyts gab und fuehrte den Weg von der Wolle, ueber das Spinnen der Faeden bis zum Kleydungstueck vor.

Eymar von Urberg mit seynen Knappen Adrian und Hendrik und Ritter Viktor entfuehrten die Gaeste in die Welt der Ritter, zeigten, was eyn Ritter trug, wie er kaempfte, wie seyn gedeckter Tisch aussah, welche Dinge er mit sich fuehrte.

Mayd Mona fesselte die Schar mit Maerchen aus aller Welt, waehrend an der Feuerstelle Stockbrot gebacken werden konnte.

Gleychzeytig bereyteten wir ueber dem Feuer eynen Eyntopf nach mittelalterlichem Rezept vor, selbstverstaendlich ohne Salz, denn das war zu jener Zeyt teuer. Man merkte, dass die modernen Gaumen, lediglich mit frischen Kraeutern gewuerzte Speysen beyleybe nicht mehr gewohnt sind.

Dorell, Artula, Hans Met-Wurst und Christine unterstuetzen uns tatkraeftig beim Feuern, kochen, schnippeln, Fragen beantworten, aufbauen und abbauen.

Für das leybliche Wohl hatten die Gaeste selbst gesorgt und Gerichte, Kuchen und Herzhaftes nach mittelalterlichen Rezepten mitgebracht.

Nachdem auf der Sonnenuhr ungefaehr zwey und eyne halbe Stunde vergangen waren, neygte sich das Fest dem Ende zu.

Die sogenannten „Maxi-Kinder“, die nun das Glueck haben, die Schule besuchen zu duerfen (wobey wir uns gefragt haben, wie die Leute ihre Arbeyt verrichten wollen, wenn sie ihre Soehne UND Toechter in die Schule schicken) wurden feyerlich in den Ernst des Lebens verabschiedet, den Amtstraegern und Erzieherinnen wurde gedankt und auch wir gingen nicht leer aus.

Zum kroenenden Abschluss, fuehrten unsere Ritter in eynem Schaukampf vor, wie man sich frueher so richtig auf die Muetze gegeben hat. Natuerlich nicht, ohne in Kuerze Taktik in Offensive und Defensive zu erklaeren.

Beym Abbauen lieszen wir uns noch eyn bisschen Zeyt, grillten den eyn oder anderen Fleyschlappen ueber dem noch lodernden Feuer und saszen noch eyne Weyle zusammen um den Tag Revue passieren zu lassen.

Uns hat es sehr viel Spasz gemacht und den Reaktionen der Erzieherinnen, Eltern und Kindern nach, allen anderen auch.

Wir durften im Nachgang noch eyne groszzuegige Spende in Empfang nehmen, fuer die wir uns auch hier nochmals herzlich bedanken.