Taverne Aderl Laufenburg (CH)

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  • In diesem Jahr wurde am 17. und 18. Tage im Scheyding AD MMXVI zu Villa Staufen in pago Brisigawo die zehnte Zeytreyse gefeyert.

    Viele Gaeste und Unterstuetzer waren vertreten, u.a. die „Sbandieratori di Casali di Minturno“, „Rattus Norvegicus“ aus Staufen, „Buergerwehr“ aus Riedlingen, „die Federfechter e.V.“ aus Maulbronn, die „Freye Ritterschaft“ aus Weysweyl, „Oberwindemer Aufgebot von 1633 e.V“ aus Winden im Elztal, „Heckergruppe“ aus Offenburg und Singen,  „Biedermeyergruppe“ aus Offenburg, , die Spitaltrommler“ der Mali-Schule Biberach/Riss, „Franz von Schabernack“, „Laterna Mystica“ aus Knittlingen“,, „Schwarzenberger Herolde“ aus Waldkirch, „Breysgauer Ritterschaft“, „Bujo“ die Gaukler mit dem roten Stuhl, „Armati Equites“ die gewappneten Reyter e.V“ und „die Lichtenauer“ Vereyn fuer Historische Europaeische Fechtkunst und natuerlich unsere Freunde von der „Hospitalier Kommende Suedbaden“ aus Freyburg, die „Uesenberger Landsknechte und Wegelagerer“, „Historisches Eschbach e.V.“ und die „Tanzgruppe SpringKRAUT“.

    Musikalisch waren verschiedene Musici und Barden zu hoeren wie z.B. von: „Rebule“ aus Tschechien, „Galgenvoegel“, unsere „Spielleute Skadefryd“, Maleficius“, „Arundo Donax“, Schwarzenberger Herolde“ und der „Malteser Fanfarenzug Heytersheym“

    Die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. lieszen es sich nicht nehmen an diesem zweytaetigem Fest teylzunehmen.
    Samstagfrueh wurden die stinkenden Kutschen am Auplatz beladen und los ging die Reyse. Nach eyner Stunde war das Ziel schon erreycht und schon konnte man sich unter die anderen Schaulustigen mischen.

    Viele Haendler boten ihre Waren feyl. An vielen Orten war Musik zu hoeren, Gaukler zu sehen, ein handbetriebenes Karussell und vieles mehr.

    Fuer die Baelger ward extra eyn kleyner Bauernhof eyngerichtet worden mit Schafen und Esel. Zusaetzlich konnten sie bestaunen und auch ausprobieren wie vor 800 Jahren die Waesche gewaschen worden ist und auch gebuegelt wurde. Auch bey unseren Freunden dem „Seyler“ konnten sie bey der Seylherstellung mitwirken. Da strahlten die kleynen  Aeugleyn.

    Fuer die Erwachsenen wurden viele historische Auffuehrungen geboten. Z.b. wurde das 86 Jahre alte Staufener Heymatspiel „Doktor Faustens Tod“ aufgefuehrt. Die Geschichte ueber den beruehmtesten Eynwohner aus Villa Staufen in pago Brisigawo. Ebenso bot die Schauspielgruppe die Auffuehrung von „Faust und der Feuerteufel“ und viele weytere Geschichten aus Villa Staufen in pago Brisigawo und Umgebung wurden erzaehlt.

    Fuer Speys und Trank war gut gesorgt. Keyner der Anwesenden musste Hungern bzw. Dursten.

    Zur  7. und halber Stunde in der Abendstund wurde auf der Marktbuehne eyne spezielle Auffuehrung geboten: Der Wettstreyt um „das Goldene Huhn“.

    Um was handelte es sich hier: Es spielte im Anno 1506. Am Vorabend der Vermaehlung von Leo, Freyherr von Staufen mit der Tochter des Grafen Heynrich von Lupfen kommt es zu eynem denkwuerdigen Schauspiel auf dem Staufener Markt. Spielleute, Trommler und Barden aus allen Zipfeln des Landes stroemen herbey, um die Ehre zu ergattern, das Brautpaar am Hochzeytstag mit ihrem Spiel zu erfreuen. Dem erlauchten Volk zu Staufen nebst seynen ehrenwerten Gaesten sey es gestattet, dem Wettstreyt beyzuwohnen und zu erleben, wem das gestrenge Schiedsgericht die besondere Auszeychnung das „goldene Huhn“ ueberreycht.

    Was musste man tun? Nichts Besonderes, einfach der Musici lauschen und den Besten mit viel Handgeklapper und Jubel belohnen. Wir lieszen es uns natuerlich nicht nehmen unsere „Spielleute Skadefryd“ zu unterstuetzen. Und tatsaechlich, sie ergatterten die Herzen der Anwesenden. Sie erhielten so viel Handgeklapper und Jubel, das das zukuenftige Ehepaar die Spielleute nochmal aufspielen lieszen und anschlieszend mit dem „goldenen Huhn“ auszeychneten.

    Zur spaeten Abendstund dann, fand der historische Zug im Fackelscheyn statt. Begleytet wurde dieser von Trommeln, Pfeyfen, Fanfaren, Spielleute und viele Akteure die tagsueber schon in Aktion waren. Viele Schaulistige saeumten die Straszen und auch hier wurde den Umzugsteylnehmern viel Jubel und Handgeklapper gespendet

    Mit diesem Umzug war das Fest an diesem Abend vorbey. Die Mayden und Recken fuhren teylweyse Richtung Heymstaette zurueck und teylweyse hatten sie Herbergen organisiert wo sie ohne groszen Aufwand ihre Haeupter nieder legen konnten.

    Am Baldermorgen traf man sich wieder zur 10. Stunde am Marktplatz und war gespannt, was der Tag so bot. Viele Auffuehrungen wie am Tag zuvor fanden wieder statt.

    Bis es dann zur zweyten Stunde im Meridianus der farbenpraechtige Festeynzug durch die Stadt in eynem Lindwurm durchzog. Auch hier saeumten viele Schaulustige die Straszen und bejubelten die Umzugsteylnehmer.

    Und wie immer hat alles schoene eyn Ende. Zur sechsten Abendstund versammelten sich noch eynmal alle Mitwirkenden und Gaeste zum großen Finale auf dem Marktplatz.
    Dort erhielten sie von der Obrigkeyt, alle Eynzeln aufgerufen, eyn herzliches Dankeschoen. Auch alle ehrenamtlichen Helfer und Unterstuetzer bekamen eyn herzliches Dankeschoen. Zum Schluss wurde das Lied „So kommt herbey“ gesungen und damit alle Anwesenden verabschiedet.

    Auch wir bestiegen wieder unsere stinkenden Kutschen und fuhren Richtung Heymat. Es war eyn genyales Wochenende und wir werden naechstes Anno wieder kommen. Fuer die, die nicht dabey waren schon mal vormerken: 15.- 17. Tag im Scheyding AD MMXVII

  • Am Wochenende, vom 09. bis zum 11. Tage im Scheyding, fuehrte der Mittelalterstammtisch-Hochrheyn e.V. seyne jaehrliche mittelalterliche Lagerey durch.
    In diesem Anno fuehrte uns unser Lager ans Ufer des Flusses zu Swestat.

    Am Freytagmittag trafen nach und nach die vielen Mayden und Recken des Vereyns eyn, um ihre mittelalterlichen Behausungen aufzubauen.

    Ritter Eymar von Urberg war auch in diesem Jahr in seyner Funktion als Lagervogt taetig. Somit stand er fuer alle aufkommenden Fragen zur Verfuegung.

    Die Lagerkueche, Feuerstelle und Feuerkoerbe wurden hergerichtet. Die Gesoeffe gekuehlt, die Lebensmittel verraeumt und und und.

    Auch unsere Gaeste waren zwischenzeytlich eyngetroffen. Wir durften wieder Mitglieder des „Comitatus 1280“ aus Fribourg in Brisgowa herzlich willkommen heyszen, wie auch unsere Freundin Simone Thiel alias, Bella die Waescherin, vom Musiktheater Filstal.

    Zur 8. Abendstunde wurde das Abendessen zubereytet. Das Feuer wurde entfacht und so konnte man wunderbare Fleyschlappen oder in Darm gepresstes Fleysch ueber dem Feuer grillen. Dazu gab es selbstgemachte Salate welche nach mittelalterlichen Rezepten zubereytet worden sind.

    Natuerlich war auch gegen den Durst eyniges geboten. Weyn, Bier, Met Saefte und natuerlich auch prickelndes Wasser. Fuer jeden wurde etwas geboten.

    Nach Eynbruch der Dunkelheyt wurde die Lagerflaeche mit Fackeln und Feuertoepfen bestueckt.

    Die Anwesenden saszen an den Tischen und unterhielten sich ueber dies und das, bis sie muede wurden und sich in ihre Zelte begaben, um vom anstrengenden Tag zur Ruhe zu kommen.

    Zur fruehen Morgenstund am Satertage wurde wieder das Feuer entfacht. Benoetigten die Lagernden doch Wasser um eyn maurisches Gesoeff oder um eynen Aufguss aus Pflanzenblaettern zuzubereyten.

    Auch in diesem Jahr wurden frische kleyne, wie auch grosze, Brote beym Pfister geholt. Die Tische wurden reychlich gedeckt und jeder konnte seynen Hunger mit Brot, Wurst, Kaese, Honig, Fruechtemus und Ruehreyer mit und ohne Speck stillen.

    Da Petrus es sehr gut mit uns meynte in diesem Anno, war keyn besseres Angebot da, als sich eyne  Abkuehlung am Ufer des Flusses zu genehmigen. Mit der Ausrede dass die Baelger zubern wollten, entschwanden die Vaeter und Muetter von ihnen ebenfalls hin zum Wasser.

    Nach der Mittagsstund konnten wir weytere Gaeste begrueszen. Unsere Freunde von „Historisches Eschbach e.V“ beehrten uns mit ihrer Anwesenheyt.

    An diesem Tag weylte eyn Geburtstagskind unter uns. Leopold feyerte seynen 4. Erscheynungstag. Daraufhin wurde am Nachmittag mit eyner selbstgemachten Torte von Nephilim gefeyert.

    Zur sechsten Stund im Meridianus, wurde begonnen das Abendmahl zu richten. Es gab Gulasch in Brotteygtaschen und Couscous als Beylage.

    Was soll ich sagen, der Culinarius hat wieder Hervorragendes hergezaubert. Allen Anwesenden hat es vom Feynsten geschmeckt.

    Auch an diesem Abend, wurde so wie Dunkelheyt eynbrach, das gesamte Lagergelaende wieder mit Fackeln und Feuertoepfe bestueckt. Wiederum saszen die Mayden und Recken an den Tischen und vieles wurde erzaehlt.

    Nach der Geysterstunde begaben sich auch die letzten in ihre Schlafgemaecher, um zu schlafen.

    Frueh morgens am Balder: das Feuer wurde wieder entfacht; Brote beym Pfister geholt; Tische gedeckt - um dann wieder den Hunger stillen zu koennen.

    Wie auch schon am Satertage nutzten viele von uns die Gelegenheyten im Fluss zu zubern.

    Zur Mittagsstund dann, wurde erneut das Feuer entfacht um die letzte Atzung des Tages zuzubereyten. Geboten waren wieder Fleyschlappen und in Darm gepresstes Fleisch gegrillt mit Salate als Beylage.

    Danach hiesz es wieder alles abbauen und verraeumen. Wo war die Zeyt nur geblieben? Drey Tage waren sehr schnell vergangen.

    Die Wege der Eynzelnen trennten sich. Jeder begab sich zu seyner Heymstaette zurueck.

    Da es allen Anwesenden an diesem Lagerplatz sehr gut gefallen hat, hat die Obrigkeyt kurzer Hand entschlossen (nach Absprache mit den anderen Vorstaenden) im kommenden Anno wieder dort die Lagerey durchzufuehren.

    Eyn herzliches Dankeschoen an alle Vereynsmitglieder die unsere Lagerey wieder so erfolgreych gemacht haben.

    Eyn herzliches Dankeschoen an all unsere Gaeste, dass ihr uns mit eurer Anwesenheyt beehrt habt.

    Eyn herzliches Dankeschoen an alle die in der Organisation taetig waren.

    Eyn herzliches Dankeschoen an unsere Lieferanten fuer vorzuegliche Ware: dem Fleyschhauer „Metzgerey Hauber“ in Herrischried, der Pfisterey „Baeckerey Oeschger“ in Hochsal und dem Hofschenk „Getraenke Gottsteyn“ in Rheynfelden

  • Wie schon im letzten Bericht von Wimpina angekuendigt, fuhren die Mayden und Recken des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. am 2. Tage im Scheyding nach Ratbaldouilare ins Elisazon anlaesslich des Pfifferdajs.

    Nach der kurzen Fahrt mit den stinkenden Kutschen wurden die Herbergen bezogen. Anschlieszend begaben wir uns zur Stammtaverne „Bierstub Ville de Nancy“, um den Abend in gemuetlicher Runde ausklingen zu lassen.

    Am Satertage, nachdem das Fruehstueck eyngenommen worden war, begab man sich unter die Menschenmengen.
    Wie jedes Jahr ist das schoene mittelalterliche Staedtchen sehr gut besucht und die Vereynsmitglieder waren wieder begehrt fuer die Seelenfaenger. Viele Bilder wurden gemacht. Die Mayden und Recken gingen das Staedtchen hoch und runter, hielten sich auf dem Mittelaltermarkt auf und lauschten der Musici von den Spielleuten Skadefryd.

    Zur spaeten Mittagsstund, machte sich der Hunger bemerkbar. Die Frage wo gespeyst wird, war schnell beantwortet. Natuerlich beym „Tête de sanglier“ unserem Freund Eric. Die Freude des Wiedersehens war sehr grosz, hatte man sich doch seyt zwey Jahren nicht mehr gesehen.

    Auch unsere Freunde aus Neu – Ulm, Tanja und Steven, waren extra angereyst.

    So verlief der Tag im Nu und zur achten Abendstunde war man auf den Fackelzug gespannt. Dieser startete vom „Place de la Sinne“ ueber die gesamte „Grand Rue“ bis hinunter zum „Jardin“.

    Am Umzug waren unter anderem dabey: die Adligen mit ihrem Gefolge, Reyter, Fanfarenzuege, Pfeyffer, die Spielleute Skadefryd und viele mehr.

    Kurz nach der Geysterstunde trennten sich die Wege und jeder begab sich in die jeweylige Herberge um sich zu Bett zu legen.

    Am Balder dann der grosze Tag. Die Bewohner in der Stadt waren schon seyt der fruehen Morgenstunde auf den  Beynen. Die Umzugsteylnehmer wurden geschminkt und die Haare entsprechend frisiert. Letzte Dekorationen an den Umzugswaegen wurden angebracht.

    Die Straszen wurden voller und voller. Sie waren mit ueber 30.000 Schaulustigen gesaeumt. Keyner wollte sich dieses Spektakel entgehen lassen. Puenktlich zur dritten Stunde im Meridianus setzte sich der große Lindwurm in Bewegung.

    Wir hatten in diesem Jahr keyne Eyle eynen geeygneten Stehplatz zu finden. Unser Primus hatte gleych zu Jahresanfang die Karten fuer die Tribuene organisiert. Die Tribuene lag sehr guenstig. Eynmal weyl alle eynen super tollen Blick auf die Umzugswaegen hatten und zweytens die Versorgungsstelle gegen den Durst befand sich direkt hinter uns. Wir waren naemlich vor der „S‘Garwer Stub‘“

    Der Umzug erzaehlte in diesem Anno die Geschichte „Blanche und die Perle des Lichts“. Die Geschichte handelt ueber das Leben der kleynen Blanche, die eyniges ueber die Jahre erleben muss. Von der froehlichen Kindheyt an bis zur Verzauberung durch die Kaiserin „Ida von Hohenstaufen“. Ueber die duestere Zeyt in deren Gefangenschaft bis dann zum Schluss die Erloesung und Befreyung nach dem gewonnenen Krieg kam.

    Nachdem der Lindwurm zu Ende war, oeffnete der Himmel seyne Schleusen. Und dies so fest, dass viele der Schaulustigen gleych den Weg nach Hause antraten.

    Eyn Teyl unserer Vereynsmitglieder fuhr ebenfalls wieder nach Hause. Sie mussten am naechsten Tag wieder zur Arbeyt. Der Rest begab sich zur spaeteren Stunde, auf Eynladung der Stadt,  noch zur Feyer der Umzugsteylnehmer und verbrachte dort in geselliger Runde den Abend. Zur Geysterstunde dann, begab man sich wieder zurueck zur Herberge um wieder Ruhen zu koennen.

    Am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck trennten sich die Wege der uebriggebliebenen Mayden und Recken. Alle fuhren gluecklich und zufrieden wieder Richtung Heymat.

    Wir freuen uns schon auf den naechsten Pfifferdaj, Ratbaldouilare wir werden wieder anwesend seyn. Das ist keyne Drohung sondern eyn Versprechen!

  • Am vergangenen Wochenende, vom 18. bis zum 20. Tage im Scheyding fuehrte der Mittelalterstammtisch-Hochrheyn e.V. seyne jaehrliche mittelalterliche Lagerey durch.
    In diesem Anno fuehrte uns unser Lager in den tiefen Tann. Auf den Jugendzeltplatz Gugel, mitten im Wald bey Engelschwand gelegen.

    Viele Mayden und Recken des Vereyns reysten bereyts am Freytagmorgen an, um ihre mittelalterlichen Zelte aufzubauen.
    Ritter Eymar von Urberg wies in seyner Eygenschaft als Lagervogt die Plaetze zu und so konnte die Arbeyt beginnen.
    Das Gelaende auf dem Jugendzeltplatz Gugel in Herrischried war geradezu wie geschaffen fuer diese Lagerey. Nach und nach wuchsen die Zelte wie Pilze in die Hoehe.

    Am Nachmittag wurden die Lagerkueche eyngerichtet, die Feuerstelle und Feuerkoerbe hergerichtet, die Lebensmittel verstaut, Holz zum Anfeuern herangekarrt und vieles mehr.

    Am spaeten Nachmittag trafen die ersten Gaeste eyn. Wir konnten die mittelalterliche Reysegruppe "Comitatus 1280" aus Fribourg in Brisgowa und die Schaufalknerey des Grafen von Strzemieczny aus Hoeheyschweyler, bey Pirminiseusna (Pirmasens) gelegen, willkommen heyszen. Die Schaufalknerey war an diesem Wochenende das besondere Ereygnis.

    Friedrich Emich Graf von Leyningen erschien mit seynem Gefolge und den drey Greyfvoegeln "Ronja, Paula und Irene". Fuer mehr Greyfvoegel ward an diesem Wochenende leyder keyn Platz in den Reysekutschen.

    Nach getaner Arbeyt, wurde gemeynsam das Abendessen zubereytet. Das Feuer wurde entfacht und so konnte man wunderbare Fleyschlappen oder in Darm gepresstes Fleysch ueber dem Feuer braten. Gegen den Durst ward viel angeboten: Weyn, Bier, Met mit dem Geschmack von Citrus medica, Saefte und prickelndes Wasser. Fuer Jeden etwas.

    Sobald die Nacht hereynbrach, wurde das gesamte Lagergelaende mit Fackeln und Feuertoepfen bestueckt und bot so eyn mystisches Bild. Saemtliche Teylnehmer versammelten sich dann am groszen Feuer und erzaehlten sich Anekdoten, unterhielten sich ueber dies und das, bis sich alle so nach und nach, ermuedet vom Tagewerk, in ihre Zelte begaben um ihr Haupt auf das Kissen zu legen.

    Am Satertage zur fruehen Morgenstund, wurde erneut das Feuer entfacht. Das Wasser fuer eyn maurisches Gesoeff oder fuer eynen Aufguss aus Pflanzenblaettern musste heysz gemacht werden.

    Frische kleyne, wie auch grosze Brote, wurden beym Pfister geholt. Die Tische reychlich gedeckt und alle Teylnehmer konnten ihren Hunger mit Brot, Wurst, Kaese, Honag oder Fruechtemus stillen.

    Dies alles obwohl der Culinarius noch nicht zugegen war. Wo blieb er nur? Als er verspaetet eyntraf wurde das Raetsel seyner Abwesenheyt geloest.
    Gebar doch seyn holdes Weyb, in der Nacht zuvor eynen praechtigen Knaben. Tobias wurde er genannt. Die Geburt war eyne grosze Ueberraschung fuer Alle.
    Keyner wusste, dass unsere Lady de Winter in freudiger Erwartung war, selbst sie nicht.

    Den stolzen Eltern wuenschen wir auf diesem Wege nochmal alles Gute und viel Freude an ihrem Balg. Tobias, Dich heyszen wir herzlich Willkommen in unserer Gemeynschaft.

    Anschlieszend war eyn wunderbares Tagesprogramm fuer die Lagernden gegeben.

    So vertrieb man sich die Zeyt u.a beym Zusehen der kontrollierten Flugvorfuehrungen des Berufsfalkners; liesz sich hierbey vieles ueber die Tiere erzaehlen und gewann so eynen Eynblick in das Jagdverhalten der Greyfvoegel.

    Waehrend die Ritter des Lagers sich die Zeyt mit Uebungseynheyten im Schwertkampf vertrieben, interessierten sich die Frauen fuer das Handwerk der Geschmeydeherstellung oder man nutzte die Zeyt fuer das Sticken wertvoller Tischbedeckungen oder fachsimpeln ueber Brettchenweben oder Nadelbinden.

    Zur Mittagsstund konnten wir erneut Gaeste empfangen. Traf doch noch die Rittergruppe „die Herrenlosen“ aus Annweyler am Trifels eyn.

    Sobald sich der Wanst meldete, boten wir fuer den kleynen Hunger zwischendurch kleyne Speysung an. So wurde eyn maurisch Gesoeff ausgegeben und dazu Kuchen welcher nach alten Ueberlieferungen aus dem Mittelalter zubereytet worden war.

    Nach der siebten Stunde im Meridianus, gab es das grosze abendliche Festmahl. Fuer die Lagerteylnehmer gab es Spanferkel mit Salaten.
    Die Mayden hatten auch diese Salate nach mittelalterlicher Rezeptur zubereytet. Es schmeckte koestlich. Neyn, wunderbar!!!
    Unser Lieferant von Fleyschlappen, Fleysch in gepressten Darm und Spanferkel hatte wieder exzellente Ware geliefert. Sey Dir nochmal recht herzlich dafuer gedankt lieber Fritz!

    Sobald die Nacht hereynbrach, wurde das gesamte Lagergelaende erneut mit Fackeln und Feuertoepfen bestueckt und bot, so wie schon am Abend zuvor, ein mystisches Bild.
    Die Mayden, Recken und Ritter versammelten sich dann wieder am groszen Feuer und erzaehlten sich neue Anekdoten, unterhielten sich ueber Dies und Das.

    Zur Ueberraschung gab es noch eyne musikalische Unterhaltung von den Spielleuten Skadefryd, die sich zu eyner Teylnahme an dieser Lagerey entschlossen hatten.

    Nach der Geysterstunde begaben sich auch die letzten in ihre Schlafgemaecher, um sich zur Ruhe zu betten.

    Balder! Kurz nach dem Hahnenschrey! Wieder wurde das Feuer entfacht, frische Brote und Broetchen beym Pfister geholt. Die Mayden deckten die Tafeln und jeder konnte sich nach Belieben aus den vielen Leckereyen die Baeuche fuellen.
    Auch dem Pfister „Oeschger“ aus Hochsal, sey herzlichst fuer die vortrefflichen Brote gedankt.

    Tagsueber kamen immer wieder schaulustige Wanderer vorbey und waren beeyndruckt ueber das was auf der Lagerey geboten wurde.

    Zur Mittagsstund‘ wurden, fuer die letzte Atzung des Tages, erneut Fleyschlappen ueber dem Feuer gebraten und Salate dazu gereycht.

    Die drey Tage Lagerey flossen so schnell dahin, dass es kaum zu glauben war. Und schon ward die Zeyt gekommen, das Lager am Sonntagnachmittag wieder abzubauen.

    Die Wege der Teylnehmer und Freunde trennten sich. Jeder strebte wieder seyner Heymstatt entgegen. Eynes ist jedoch sicher: Man hatte etwas Wunderbares erlebt und die bestehenden Freundschaften vertieft.

    Man versprach sich, sich kommendes Anno wieder zu eyner Lagerey zusammenzufinden. Die Oertlichkeyt hierfuer steht bereyts fest.

    Allen Teylnehmer eyn groszes Dankeschoen! Ihr habt sehr viel dazu beygetragen, dass es eyn unvergessliches Wochenende geworden ist.

    Allen die nicht dabey waren, sey wieder eynmal gesagt: Ihr habt erneut sehr viel Schoenes verpasst. Vielleycht wollt ihr kommendes Anno  mit dabey seyn. Wir wuerden uns sehr freuen.

    Zum Abschluss gebuehrt unser Dank
    - dem Lagervogt Eymar von Urberg, fuer vorzuegliche Vorbereytung und Durchfuehrung der Lagerey;
    -allen Verantwortungstraegern fuer die Arbeyt in ihren Bereychen;
    -allen Teylnehmern fuer ihr sehr diszipliniertes Verhalten und das gute Zusammenwirken bey den anstehenden Arbeyten – nur so konnte alles zu diesem guten Erfolg fuehren.

    Nicht zuletzt sey auch gedankt:
    -dem Fleyschhauer „Metzgerei Hauber“ in Herrischried,
    -der Pfisterey „Bäckerei Oeschger“ in Hochsal und
    -dem Hofschenk „Getränke Gottstein“ in Rheinfelden

    für die Lieferung vorzueglichster Waren und ihre groszzuegige Unterstuetzung in allen Belangen. Gerne kommen wir wieder auf Euch zu!!

  • Mit tiefer Bestürzung mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass uns unser lieber Freund Heisi Mutter bereits am 05.09.2015 verlassen hat.

    Da Heisi die Gründung unseres Vereins im Jahr 2013 gefallen hatte und er die großen Fortschritte mit Respekt wahrnahm, ist Heisi im Jahre 2014 unserem noch sehr jungen Verein beigetreten, um unser Wirken mit seinem Mitgliedsbeitrag zu unterstützen.

    In seiner stets lustigen Art machte er für den Beitritt jedoch zur Bedingung, dass er das 100. Mitglied unseres Vereins sein möchte. Er war sodann äußerst überrascht, als wir diese Aufgabe mit Leichtigkeit gemeistert hatten.

    Heisi war stets für einen lustigen Spruch zu haben und verbreitete an unseren gemeinsamen Stammtischen im Restaurant "Kater Hiddigeigei" stets Fröhlichkeit. Selbst zu jener Zeit, als er durch seine Krankheit bereits deutlich gezeichnet war.

    Es ist so schmerzhaft, einen so wunderbaren Menschen, wie Heinz "Heisi" Mutter es war, so plötzlich zu verlieren.

    Liebe Familie Mutter, wir trauern Alle zutiefst mit Ihnen und möchten Ihnen unsere aufrichtige Anteilnahme aussprechen.

    Lieber Heisi – Ruhe in Frieden

  • Schon am Tag der Freya fieberten die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e. V. dem Sonnentage entgegen. Soll doch die Reyse ins benachbarte Frankenland jenseyts des Vater Rheyn gehen, um dem aeltesten Fest im Elsass, dem Fest der Pfeyffer beyzuwohnen.

    Und so wurden die stinkenden Kutschen bestiegen, um gen Ribeauvillé zu reysen. Auch die Spielleute der Formatio Skadefryd machten sich auf den Weg, sollten sie doch dort das Volk mit ihren Weysen am Satertage sowie am Sonnentage unterhalten.

    Nach etwas mehr als eyner Stund waren wir am Ziel und wir fanden auch gleych unsere Herbergen. Die Herbergsmutter, Mme. Meyer-Liss, hat gut vorgesorgt und Abstellplaetze fuer die stinkenden Kutschen bereytgestellt und so konnten wir unsere Gewandungen in die Kemenaten verbringen.

    Nun galt es, den Ort zu erkunden... welch eyne Pracht, wir fuehlten uns um Jahrhunderte zurueckversetzt... Da Gunnar schon mehrfach dies wunderschoene Staedtchen besucht und uns erzaehlt hatte, wie schoen es sey, bekamen wir endlich eynen Eyndruck.. und es war noch viel schoener wie es beschrieben ward. Man muss es eynfach gesehen haben.

    Natuerlich draengte es uns zur Taverne Restaurant Bierstub Ville De Nancy. Hunger und Durst befahlen uns, endlich die Afterballen auf dem Gestuehle nieder zu lassen.. Da der Tavernenwirt uns sofort erkannte, war das Hallo grosz, wir wurden wie alte Freunde empfangen.. nur gut, dass die Kundige der fremden Zungen bey uns weylte. Josefin wird sie gerufen und so gab es keyne Probleme beym Parlieren..

    Nach leckerem Weyn, Gerstensaft, Ricard und eynem koestlichen Mahle begaben wir uns auf unsere Kemenaten, um ausgeruht den kommenden Tag beginnen zu koennen...

    Satertag - nach der Katzenwaesche in der Frueh erwartete uns eyn herrliches Morgengelage. Eyn nicht ganz so gelber Saft aus eyner Frucht aus fernen Landen, maurisch Gesoeff, frisches Brot, dazu das Gelege von Huehnern, zu Mus gemachte Fruechte und hiesiger Kaese wurden aufgetragen, so dass sich schier die Tischbeyne bogen...
    So konnte der Tag beginnen und die Herbergsmutter wurde nicht mued zu fragen, ob denn alles zuhauf auf dem Tische war...

    Mit gefuellten Waensten und bester Stimmung begaben wir uns nun ins Staedtchen und was glaubt ihr - wir waren nicht alleyne, denn schon viele Besucher und Gaeste flanierten auf den Gassen auf und ab. Doch was war das? Dies Geraeusch ist uns doch wohlbekannt.. jaaaa sie sind auch schon auf dem Plane: die Spielleute Skadefryd und sie begeysterten von Anfang an die vielen Menschen, die schon recht frueh die waermende Spaetsommersonne genossen.

    Den ganzen Tag hatten wir Gelegenheyt, die Gassen zu erkunden und so sind wir auch im Mittelaltermarkt gelandet, wo wir wiederum eyn kleynes Gelage abhielten.

    Nach Eynbruch der Dunkelheyt eyn neuer Hoehepunkt - eyn Fackelzug mit Musikanten und mittelalterlich gewandeten Frouwen und Mannen begann im oberen Teyl des Staedtchens. Wenn man den Blick hinauf schweyfen liess, erstrahlte die Burg St. Ulrich im Lichte der Lampen, welche auf sie gerichtet sind.. eyn imposanter Anblick wahrlich. Sodann begann der Fackelzug - eyner Prozession gleych.. und welch eyne Ueberraschung, unsere Spielleute hatten die Ehre, unmittelbar nach der Obrigkeyt den Menschenwurm anzufuehren.

    Das war schon geschickt, denn der Weg fuehrte nach unten, genau zur Taverne Restaurant Bierstub Ville De Nancy, wo wir wiederum eynkehrten und unsere durstigen Kehlen mit koestlichem Gesoeff benetzten. Aber auch eyn gar koestlich Mahl wurde uns kredenzt, jeder, wie er's haben wollte.

    Eyn gar wunderschoener Tag war Vergangenheyt, aber alle fieberten nun dem Sonnentage entgegen. DER Tag im Jahre von Ribeauvillé -  der PFIFFERDAJ, der Tag der Pfeiffer und Musikanten.

    Nach eyner etwas kuerzeren Nacht lugte die Sonne ueber den Horizont, um den Tag zu begrueszen. Nun aber flugs aus den Federn, wiederum eyn opulentes Fruehmal zu uns genommen, stuerzten wir uns erneut in die Gassen, um der dritten Stund im Meridianus entgegen zu fiebern, wo just der grosze Umzug beginnen sollte. Nun muesset ihr wissen, wir waren nicht die eynzigen Besucher, neyn, da waren noch, aehhh, eyn paar dazu gekommen, nur so 30000 Menschenleyber saeumten die Wegstrecke, die der Zug mit dem Motto Le roman d'Alexandre nehmen wird. Ab der 9. Stund waren Vaganten und Spielleute in den Gassen unterwegs, das Volk zu unterhalten. Auch der Mittelaltermarkt wurde von den Spielleuten Skadefryd besucht und ihre Darbietungen wurden mit viel Handgeklapper belohnt...

    Es ward schier unmoeglich, eynen guten Platz am Rande der Gasse zu ergatterrn, denn schon frueh erschienen die "Eyngeweyhten" mit zusammen- klappbarem Gestuehl, um sich eynen guten Blick zu erhalten. Diese Sitte uebrigens wurde von den Angelsachsen uebernommen, wenn sie in suedliche Gefilde reysen und in der heyssen Jahreszeyt die Straende des Mare Mediterranums belagern... nur dass diese Tuecher ueber die schon bereyt gestellten Gestuehle legten.. ---Dies Land ist besetzt.....---

    Trotz aller Widrigkeyten fand doch jeder vom Mittelalterstammtisch Hochrheyn eynen Platz, von dem er alles ueberblicken konnt. So erheyschten unsere Blicke eynen alten Bekannten, unser Freund Sepp aus Eschbach, dessen Lager wir im vergangenen Jahr bereycherten, liesz es sich nicht nehmen, dem Umzuge beyzuwohnen.

    Punkt zur dritten Stund begann der Reygen und es ist schier unbeschreyblich, was sich unseren groszen Augen bot. Wagen um Wagen, viele Dutzend Ellen lang, fuhren langsam an uns vorbey. Eyn jeder stellte eynen Punkt im Leben des Alexander dar, von der Zeugung beginnend, zeygten die Vaganten sehr eyndrucksvoll, was sich damals abgespielt haben mag.
    Da - eyn Drache - wohl ueber 20 Schritt hoch, wanderte rauchschnaubend gen Tale.. doch was war das?? Eyn Elephant trottete des Wegs. Wagen zeygen den Krieg, die Voellerey, die Abgruende wie den Hades und auch den Himmel... unterbrochen von Spielleuten aus deutschen Landen. So waren Pfeyffer vom Suebenmeere zugegen, genannt "Spielmannszug Graf Zeppelin", aber auch Pfeyffer aus der benachbarten Pfalz und dem Saarlande beehrten die Gaeste mit ihrer Kunst!

    Die Seelenfaenger kamen nicht zur Ruhe und eyn mancher hatte ob der ueberwaeltigenden Darbietung feuchte Augen, aber nicht vor Trauer, neyn - vor Freude ueber das Gesehene. Das nennt man eyn groszartiges "Habt Dank" an die Obrigkeyt des Spectaculums...

    Nach fast 3 Stunden war das Ende dieses "Lindwurms" in Sicht und eyn Spielmannszug beschlosz das Ende des Umzuges. Wir warteten noch eyne ganze Weyle, da zunechst keyn Durchkommen war auf dem Weg zur Herberge. So sassen wir noch gemuetlich beysammen, um spaeter dann hinab zu laufen.

    Nun, auch Hunger und  Durst plagten uns und so zog es uns zunaechst zum Mittelaltermarkt, um dann spaeter die Taverne L'Ami Fritz aufzusuchen. Dort beschlossen wir den Tag mit eynem koestlichen Mahle in geselliger Runde, die leyder etwas kleyner geworden. Mussten doch eynige am fruehen Montage zur Arebeyt schreyten und sich somit  von uns auf's Allerherzlichste verabschieden...

    Vor der Geysterstund war es auch fuer den Rest Zeyt, die Herberge aufzusuchen, um am folgenden Tag ausgeruht, zufrieden und voller Freude im Herzen in heymatliche Gefilde zurueckzukehren.

    So verabschiedeten wir uns am folgenden Morgen von unserer Herbergsmutter, dankten fuer die Gastfreundschaft und bestiegen unsere stinkenden Kutschen, um zurueck an den Rheyn zu fahren.

    Eyn gar eyndrucksvolles Wochenende lag nun hinter den Mitgliedern und wer nicht dabey gewesen, der wird sich, sofern er gelenkig genug ist, in den Allerwertesten beyssen ;-)

     

     

     

     

     

  • Es war am 13. Tage des Manot Scheyding a. D. MMXIV, als die Spielfrouwen und -mannen aufbrachen gen Varnovva, heut auch "Fahrnau" genannt, um dort daselbst eyn Mittelalterfest zu besuchen und für die Unterhaltung des Volkes zu sorgen. Und so wurden die Instrumente in die stinkenden Kutschen verbracht und die Karawane aus Stahl begab sich ins schöne Wiesenthale, wo im Jahre 1 nach der magischen Zahl 900 das Fest beginnen sollte.

    Wir wurden vom Meyster des Festes willkommen geheyssen und es wurde uns eyn Raum fürs Eynstimmen zugewiesen. Nun - unsere Dorell ward daro so begeystert, dass sie sich in eynen Nebenraum verkroch und ihre Fiedel "überredete", im Eynklng des Meystertones aus eynem kleynen gar wunderlich anzusehenden Kästchen Töne von sich zu geben.

    Endlich hatte die Fiedel eyn Eynsehen und die Spielleute begannen kurz nach der zweyten Stund des Nachmittags, die ersten Weysen anzustimmen. Viele Ohren lauschten den Klängen und die Formatio ward mit viel Handgeklapper bedacht. Wer nicht da sass und lauschte, der wandelte zu den Händlern und Handwerkern, um deren Waren und Kunst zu bewundern. Eyn Lehmbackofen war eyne Attraktion, verbreytete doch der Duft frisch gebackener Fladen in den Nasen der Besucher und viele genossen hernach das noch warme, frisch gebackene Werk des Meysters. Der Schmied wurde regelrecht umlagert, konnte man doch zusehen, sofern es der Andrang der Augen zuliess, wie Nägel, Besteck und Anderes im heyssen Schmiedefeuer entstand.

    Die Spielleute wurden auch begleytet von vielen Freunden und Gönnern des Mittelalterstammtisch Hochrhein e. V. und so konnten sich die anderen Gäste ob der bunten Schar erfreuen. Was aber verwunderlich war - eyn Geyst wurde gesehen von eynigen Bälgern und als der Gevatter mit Akami durch die Reyhen wandelte, erklärte eyn Vater seynen Bälgern - sehet her, das ist eyn Geyst und das andere ist die Hexe.....nunja, es hätt' schlimmer kommen können ;-)

    Zwischen den Melodeyen, waren die Spielleute eyngeladen vom Meyster, sich an Trunk und Speys zu laben. Der Gerstentrunk, natürlich ohne Geyst, schmeckte vorzüglich und die Speysen waren reychhaltig und vielfältig, so war für jeden Gaumen etwas dabey.

    Bis zu 6. Stund, erfreuten die Spielleute die Gäste mit ihren Weysen und so ward der Meyster des Festes überaus zufrieden und auch der Bote des Markgrafen zu Baden liess es sich nicht nehmen, über diesen schönen Markt zu berichten.

    Nun - der Tag war für die Spielleute noch nicht zu Ende. Man begab sich gen Seckinga und machte Station in der Stammtaverne, um die Zeyt abzuwarten, da wir gerufen wurden, bey eyner Feyer zur Wiederkehr des Erscheynens auf der Erdscheybe eynes Mitgliedes des Mittelalterstammtisch Hochrhein e. V. aufzuspielen.

    Auch hier waren die Gäste voll des Lobes, nur bey dem eynen Lied, welches von den mittelalterlichen "Eheratschlägen" berichtete, waren die Weybsleut nicht so begeystert, was nun die Mannen der Formatio gar nicht verstanden............... ;-)

    Unser Gastgeber Uli war ob der Darbietung so begeystert, dass er uns nur ungern gehen lassen wollte. Aber jeder schöne Tag geht eynmal zu Ende, und so brachen die Spielleute auf in die heymatlichen Gefilde mit der Gewissheyt, viele Menschen fröhlich gestimmt zu haben.

  • Es ist der  06. Tag im Scheyding AD MMXIV. Zum Sonnenaufgang treffen sich die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. mit ihren Kutschen auf dem Auplatz zu Seckinga. Die Reyse sollte in den Osten des Frankenlandes, ins Elsass fuehren, um dort in der schoenen historischen Stadt  Ratbaldouilare (Ribeauvillé)dem Tag der Pfeyffer (Pfifferdaj) beyzuwohnen.
    Wer ueber den Ursprung des Pfifferdaj mehr erfahren moechte folge der magischen Zeyle: http://www.ronde-des-fetes.asso.fr/php/D-fete.php?name=D-ronde/D-Ried/D-Ribeauville.html

    Der Himmel versprach eynen wunderbaren sonnigen Tag und so setzte sich der Tross gutgelaunt in Bewegung. Die Fahrwege waren frey und so ging die Reyse schnell und ohne unnoetigen Halte gut voran.

    Zur 8. und einer halben Stund ward das Ziel erreycht. Flugs wurde die Herberge aufgesucht, wo wir von der Hauswirtin auf das herzlichste begruesst wurden.

    Nachdem die Schlafstatten zugewiesen waren trieb uns aber bereyts der Hunger wieder hinaus ins Staedtchen. So suchten wir umgehend unseren Pfister auf, wo wir auch von Madame Arlette mit eynem groszen Hallo empfangen wurden. Das schwarze osmanische Heyszgetraenk ward aufgetragen und so konnten wir ueber die bereytgestellten Speysen herfallen und uns saettigen. Nach eynem ausgedehnten Mahle begannen wir unseren Rundgang durch das zwischenzeytlich belebte Staedtchen.

    Ueberall war der Klang mittelalterlicher Weysen zu vernehmen und vereynzelt sah man auch Menschen in Gewandung. Dennoch wurden die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn  unentwegt aufgehalten, um mit  Seelenfaengern eyngefangen zu werden. Die Sprachen der Paparazzis lieszen vermuten, dass hier aus der ganzen Welt Menschen zu Gast waren.

    Auf dem Mittelaltermarkt besuchten wir unsere Bekannten, die Kuenstler der Leder-Brandmalerei, Brigitte und Alain. Bey eynem gar herzlichen Gespraech erfuhren wir, dass sie in der gleychen Herberge untergekommen waren wie wir.  
    Auf diesem Markte wurden herrlichste Dinge angeboten: Gewandungen, Geschmeyde, Tongeschirr, Lederwaren, gute Weyne, Kaesespezialitaeten, in Darme gepresstes und getrocknetes Fleysch, Waren fuer die Baelger und vieles mehr.

    Nachdem wir bereyts eynige Zeyt durch die historische Stadt gewandelt waren, trafen wir schlieszlich auf alte Freunde. Unser lieber Sepp von Historisches Eschbach konnte begruesst werden. Der Gedankenaustausch mit ihm foerderte zutage, dass er sehr gute Kontakte zur Obrigkeyt der Stadt pflegt. Er versprach uns bei eynem Anliegen von uns, die Wege zu ebnen. Hierfuer unseren herzlichsten Dank, lieber Sepp.
    Und nachdem wir schlieszlich auch noch unsere Freunde Uwe und Anita aus Koeln trafen,  war es unvermeydlich, dass wir uns zu eynem verspaeteten Fruehschoppen zusammensetzten und uns eyniges zu erzaehlen hatten. Dabey genossen wir den hervorragenden Weyn der Region Alsace.

    So verbrachten wir den Nachmittag mit Plauderey, mit Schlendern durch das Staedtchen und lieszen uns an der eynen oder anderen Stelle beim Ausruhen eynfach von der Sonne auf den Bauch scheynen. Eyne richtig erholsame und entspannte Sache.

    Bey dieser Gelegenheyt  fuehrten wir noch eyn interessantes  ausfuehrliches Gespraech mit der Dancerie des Ribeaupierre  die durch das Staedtchen zog und mittelalterliche Tanze darbot.

    Nach eyner fuerstlichen  abendlichen Speysung zog es uns nun zum Metzgerthurme hin. Wurde doch zur 8. und eyner halben Stund im Meridianus der Fackelzug und Marsch der Pfeyffer und Landsknechts-Spielmannszuege durch die Altstadt erwartet. Da Sitzplaetze bey diesem Ereygnis immer sehr rar sind, nahmen wir rechtzeytig Plaetze eyn und harrten der Dinge die da folgten.

    Nachdem die Nacht hereynzubrechen begann, hoerten wir ploetzlich Musikanten. Der Fackelzug hatte begonnen! Angefuehrt von der Musikantengruppe des Staedtchens zog ein Großteyl der Teylnehmer des Festumzuges vom Folgetag durch die Stadt.
    Die Obrigkeyt in Person des Magister Civium mit seynem Gefolge und Ehrengaesten zeygten sich den vielen Menschen. Die Pfeiffergruppen und Spielmannszuege in historischen Gewaendern, sowie die in Gewandung mitlaufenden Teylnehmer der Festumzugswagen des Folgetages  verbreyteten  mit ihrer Musik und den zahlreychen Fackeln eyne bewundernswerte Athmosphaere. Gab es denn etwas Schoeneres?
    Nachdem Ende des Aufzuges setzten wir uns in eyne Taverne und beobachteten das Geschehen.

    Bis zur Geysterstunde und darueber hinaus zogen immer und immer wieder die Spielmannszuege und Pfeiffergruppen an uns vorbey. Blieben an markanten Stellen stehen und boten ihre Kunst den Hunderten von Schaulustigen dar. Auch der Tisch der Obrigkeyt des Festumzuges wurde hierbey nicht ausgespart. Es herrschte eyne ausgelassene Stimmung bis die Tavernen schlieszen mussten.

    Am 7. Tage des Scheiding wurden wir bereyts zur 6. Stund durch laute droehnende Musik neumodischer Art geweckt. Aha! Der grosze Tag war angebrochen und die Akteure der Festwagen begannen sich auf den Festumzug vorzubereyten. Sie versetzten sich waehrend des Schminkens und des Gewandens mit lauten Weysen in Stimmung.
    Das Thema des groszen Festumzuges in diesem Jahr war die Legende von Tristan und Isolde. Wer zur Legende mehr erfahren möchte folge der magischen Zeyle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tristan_und_Isolde 

    Im Pergamenthum zum Festumzug war niedergelegt, dass eine Vielzahl von Wagen die Geschichte in mehreren Akten bis hin zum tragischen Ende von Tristan und Isolde, sowie ihre Vereinigung im Paradies darstellen werden.  Wir waren echt gespannt , auf das was uns erwartete.

    Nach eynem reychhaltigen Fruehstueck begaben wir uns bereyts zur 09. Stund ins Herz der Stadt.  Die Stadt war bereyts hellwach! Ueberall herrschte fleyssige Betriebsamkeyt. Die Tavernenwirte und die Haendler bereyteten sich auf den Ansturm von 20.000 bis 30.000 Menschen vor.
    Bei den Barbieren herrschte rege Betriebsamkeyt. Dort wurden Haare geschnitten, gekaemmt , mit warmer Luft angeblasen und die Gesichter von Mayden und Recken bunt bemalt.
    Von Minute zu Minute wurde der Menschenstrom in der Stadt dichter, so dass wir uns bereits zur 10. Stunde genoetigt sahen, uns eyne Taverne zu suchen. Denn wer den Festumzug am Umzugswege sitzend genieszen moechte, muss frueh da seyn, sonst ist die Chance vertan.
    Gesagt getan. Wir konnten eynen wunderbaren Platz ergattern. Niemand konnte uns die Sicht auf den Festzug nehmen. Eynmalig!
    Waehrend wir unser osmanisches Heyszgetraenk eynnahmen, trafen auch Uwe und Anita eyn. Im weyteren Verlauf kam es zum Zusammentreffen mit weyteren Mitgliedern unseres Vereyns die erst an diesem Tage anreysen konnten.
    Wir rueckten zusammen wie es ging und organisierten Sitzgelegenheyten so lange wir noch konnten. Und nun harrten wir dort bey heyteren Gespraechen aus.
    Unser Trumeler Franck organisierte eyne grosze Tasche voll mit den herrlichsten Koestlichkeyten, die wir dann mit Zustimmung des Schankwirtes dort verzehrten, da dieser an diesem Tage keyne Speysung anbot. Dazu eyn gutes Bier oder auch eynen guten Tropfen des Weynes, wie es sich gehoert.
    Bereyts zur ersten Stund im Meridianus waren weyt und breyt keyne Sitzplaetze mehr zu ergattern. Die Menschentrauben nahmen deutlich zu. Und als der Festzug zur 3.ten Stund im Meridianus begann war die Stadt voll mit tausenden von Menschen.  Weit mehr als 20.000 Zuschauer saeumten den Umzugsweg als das Spektakel begann.
    Zwey und eyne halbe Stunde lang zogen Spielmannszuege, Pfeyffergruppen, Themenfuszgruppen und Mottowagen  an uns vorbey.
    Die Festwagen waren gigantische Gebilde mit riesengroszen Aufbauten und mit bis zu 40 oder 50 Darstellern darauf. Sie bildeten die tragische Legende von Tristan und Isolde in beeyndruckender Weyse ab.  
    Die uebergroszen Wagen waren ueberwiegend mit Vorrichtungen versehen, um ihre gigantischen Aufbauten beym Metzgerthurm mit Koerperkraft oder alternativ mit Hydraulik herabzusenken und nach der Durchfahrt wieder aufzurichten.  Eyne unglaubliche Geschichte!
    Vor dem Festumzug wurde eyn Pergamenthum verteylt auf welchem man seyne Stimme fuer den schoensten, beeyndruckendsten Wagen abgeben konnte. Diese Wagen wurde am Abend praemiert und am naechsten Tage nochmals auf dem Rathausplatz zur Schau gestellt.
    Nach dem Festzuge mischten wir uns unter die vielen Menschen und genossen die Feyerlichkeyten bis zum Ende. Auch an diesem Tage kamen wir erst zur Geysterstund wieder in unsere Herberge zurück.

    Am naechsten Morgen schlenderten wir nach eynem erneut guten Fruestueck nochmals bey strahlendem Sonnenscheyn durch das Staedtchen. Wir bestaunten erneut, die Architektur der vielen historischen Gebaeude aus dem 16. und 17. Jhdt. die in dieser Altstadt noch in Stand gehalten werden. Und bestaunten immer und wieder die ueber der Stadt majestaetisch dastehende Ruine St. Ulrich, Stammsitz der Herren von Rappoltsteyn.

    Nach dem morgendlichen Spaziergang suchten wir uns eyn Plaetzchen in eyner zentral gelegenen Taverne, genossen das osmanische Heyszgetraenk, tankten nochmals richtig Sonne und schauten den vielen fleyssigen Helfern der Stadt beym Abbau der groszen Tribuenen zu.
    Am fruehen Nachmittag schlieszlich verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unserer Hauswirtin und dem schoenen Staedtchen .  Aber  eynes ist sicher -  wir waren nicht das letzte Mal hier – mitnichten!

  • Man schreybt das Jahr MMXIII / 22. Tag im Scheyding. Zur 9.ten Stund ist der Himmel grau und die Tuerme des Muensters zu Seckinga sind Nebel verhuellt.
    Landksnechte, Maegde, Knechte, besteygen ihre Zeytreysemaschinen und reysen in die Stadt die durch Zerbrechen dem Untergang geweyht ist -Stouffen in pago Brisigawo-!
    Beim Eyntreffen schreybt man das Jahr 770.
    Die Zeytreysemaschinen koennen Altstadtnah abgestellt werden und zu Fusz tauchen die Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn in das Marktleben eyn.
    Noch vor den Toren der Stadt waren mehrere Heerlager zu sichten. Die Stadt daselbst mit Toren gesichert kann ungesehen nicht betreten werden, denn die Obrigkeyt hat eynen Ablass befohlen.
    Dem Umstand,dass wir frueh reysten, ist es geschuldet, dass wir die Stadt ohne Ablass betreten konnten. Denn die Torwachen hatten ihren Rausch noch nicht ausgeschlafen und das Ablasssaeckel mit den Wechseltalern ward noch nicht gefunden. So betraten wir die Stadt unbehelligt!
    Reges Treyben ward festzustellen, die Garkuechen und Tavernen bereyteten sich vor, auf das was sie erwarten wuerde.
    Die Mitglieder des Mittelalterstammtisch sondierten erst eynmal ausfuehrlich die Oertlichkeyt und man ward letztlich gut vorbereytet, als die Massen ab der 11. Stunde begannen die Stadt zu stuermen.
    Der Nebel hat sich zwischenzeytlich gelichtet und die Sonne trat herfuer. Der Hergott sandte den ganzen Tag, bis in die Abendstunden hineyn prallen Sonnenscheyn.

    In der wunderschoenen historischen Altstadt wurde an zahlreychen Orten Layenschauspiel geboten, dass sich mit der Zeytgeschichte Stouffens befasste. Hoechst interessante Szenen, beeyndruckend. Auf den Strassen und in den Gassen trieben Gaukler ihr Spiel und auf den Buehnen waren Formatios wie Heydenspass, Rebule, Arundo Donax oder Spectaculatius, zu sehen und zu hoeren.
    Nur bedauerlich, dass dieser Stadt der Untergang zu drohen scheynt. Brechen doch die Haeuser mitten auseinander! Risse die vom Erdboden zum Dach hinauf verlaufen und historische erhaltenswerte Substanz gnadenlos zerstoeren. Und alles nur, wegen eynes Versuches der Mutter Erde etwas ihres warmen Herzens abzuzwacken. Dieser Versuch ging gruendlich schief!

    Die Speysung vor Ort war reychhaltig und vielfaeltig und auch dem Durste musste man keyneswegs erliegen. Ob der Preysgestaltung waren wir alle ueberrascht. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, waren sehr vernuenftige Preyse feststellbar. Das Preys- / Leystungsgefuege passte sehr gut.

    Zur 2. Stund im Meridianus gab es eynen praechtigen Festeynzug. Ritter, Bauern, Trommler, Buergerwehre, Gaukler und Musikanten zogen durch die Stadt zum Marktplatz. Anschlieszend kam es zum Mummenschanz in allen Gassen.

    Zur 4. und eyner halben Stund im Meridianus, als wir uns gerade eynem tiefschwarzen maurischen Gesoeff hingaben, grollte Donnerhall von Kanonen und Gewehren durch die Stadt. Die Entscheydungsschlacht um Stouffen ward ausgebrochen. Groszherzogliche Regierungstruppen, Freischaerler und Buerger der Stadt lieferten sich eyn Gefecht, dass sich "Der Ruf nach Freyheyt" nannte.
    Die Schlacht ward geschlagen und das Volk gab sich sodann wieder der Voellerey und dem Trunke hin.

    Schnell verflog der Tag und der Markt neygte sich dem Ende zu. Wir waren uns alle eynig, dass wir diese Zeytreyse im Jahre des Herrn MMXIV noch eynmal wahrnehmen wollen.
    Vielleycht wird uns ja die Moeglichkeyt gegeben am Festeynzug als Gruppe teylzunehmen und die Spielleute "Skadefryd" koennen die Buerger in den Strassen und Gassen mit ihrem Spiel belustigen. Wir werden der Stadt Stouffen eyn entsprechendes Pergamenthum uebermitteln. Seyen wir gespannt, was man uns berichten wird.



     

     

     

  • Seyd gegrüßt zur frühen Stund und leset, was der Gevatter euch zu berichten hat:

    Am vergangenen Satertage trafen sich die Mit- und Ohneglieder des MASH, um dem allmonatlichen offenen Stammtische beyzuwohnen. Der Aufruf ward von Erfolg gekrönet, denn 17 Mayden und Recken folgten dem Ruf und erschienen daselbst, um in geselliger Runde eynige schöne Stunden zu verbringen.
    Aber auch Gäste sind zu uns gestossen - und das erfreute alle ungemeyn, war doch unter den Gästen eyn Lehrer eyner mittleren Schule zu Wehr, und er lehrt die Sprösslinge in Historie, was unserem Vereyn sehr entgegenkommt, werden wir doch in der Zukunft in Gewandung in den Schulen erscheynen und den Zöglingen lebendige Historie nahebringen. Aber auch andere Gäste wurden herzlich aufgenommen um mit uns zusammen den Alltag hinter uns zu lassen.
    Unser Primus stellte dann noch die von Marion von Halla geschneyderten Tischbanner vor, und unser"Holzgelehrter" Eymar, der leyder an diesem Tage nicht anwesend seyn konnte, wird die Ständer dafür fertigen. Eyn grosses Banner für die Formatio ist ebenso bald im Besitze des MASH, so wir uns nach aussen gut präsentieren können um die Aufmerksamkeyt des gemeynen Volkes auf uns zu ziehen.
    Hellenisch Speysen wurden gereycht, und eyn mancher genoss kühlen Met, und zu vorgerückter Stund rückten auch die Anwesenden am runden Tisch zusammen. Der Primus und der Gevatter stimmten dann noch zu aller Belustigung den "Königsjodler" an, und das Volk belohnte mit Handgeklapper.
    Alles in allem kann der Gevatter nur sagen - es ist immer eyne Reyse wert, eynmal des Monats zu Seckinga zu reysen um mit Freunden gesellig beysammen zu seyn.
    So gehabt Euch wohl, der Gavatter wünscht allen eynen erfolgreychen Start in den neuzeytlichen Herbest. So ist der Gevatter in der Hoffnung schwanger, wieder viele Freunde und Gäste im kommenden Manot Gilbhard am 19. Tage zu Seckinga zu treffen!


  • Seyd gegrüßt zur Morgenstund, so leset denn, was der Gevatter mit seynen Getreuen vom MASH in helvetisch Landen beym Quenton erlebt hat.
    Schon am Freytag, dem 13. Tage des Scheyding ist der Gevatter, schwer beladen mit seyner kleynen stinkenden Kutsche aufgebrochen zu Embrach, um dem lange angekündigten Gauklertreyben beyzuwohnen. Nun - der Gevatter hat sich auf diese kleyne seltsam anmutende Apparatur verlassen, die ihn schnurstraks zur grossen Siedlung Turicum führte, quer hindurch. Das wäre nicht weyter schlimm, wären da nicht die vielen roten Lichter am Wegesrand gewesen, die dem Gevatter befahlen,
    unverzüglich anzuhalten, und so dauerte es 2 Stunden, bis er diese Siedlung durchquert hatte.
    Er wurde entschädigt, als er kurz darauf auf dem Gelände zu Warpel eyntraf und von eynem Obrigen des Quenton eyngewiesen wurde. Der Gevatter wartete geduldig auf das Eyntreffen der Gefährten des Ehrenbundes des silbernen Basilisken, und schon bald trafen sie eyn, und im Scheyne der Lampen der stinkenden Kutschen bauten wir das Lager auf, um hernach beym gemeynsamen Speysen am Feuer den Abend ausklingen zu lassen.Damit das Fleysch nicht ganz so trocken hinunter geschlungen
    werden musste, hatte der Gevatter vorgesorgt und eyn vorzüglich Gesöff im Zeychen des Tannenzapfens mit auf die Reyse genommen, worüber die Gefährten sehr erfreut waren.
    Am Satertage war es dann soweyt - nach eynem ausgiebigen Frühmal mit Eyern und Speck ging es dann zur Marktbeschau. Der Gevatter begrüßte alte Freunde, und auch unsere Ablasseyntreyberin mit Anhang war schon am Vortage angereyst, um im Lager von Henni Eychhörnchen beym Verkauf der selbst genähten Waren zu helfen.Die ersten Besucher waren auch schon auf dem Plan, und diese staunten nicht schlecht, den Gevatter anzutreffen. Eyn Lager war schon dabey, eyn ganzes Schweyn zu braten. Viele Lager waren zu Gast, die eynen Eynblick in das Leben von längst vergangenen Zeyten zeygten. Händler boten ihre Waren feyl, und auch Gaukler waren da, um das Volk zu unterhalten.
    Eselreyten für die Sprösslinge und andere Spiele fürs Volke wurden angeboten, für Speys und Trank war gesorgt, allerdings muss auf die Geldkatze geachtet werden, auf dass sie nicht allzu schnell geleert ward, in helvetisch Landen musste schon für eyne gemeyne Waffel 5 der helvetisch Thaler auf den Tisch des Wirtes gelegt werden, und für eyne kleyne Schale Pilzrisotto mussten gar 9 Thaler die Geldkatze verlassen, und so war es gut, auch selbst Speys und Trank im Lager zu haben, auf dass die Geldkatze geschont würde.
    Sehr interessant war auch die Nachbarschaft, hatte sich doch eyn "Lager" niedergelassen, welches eyn gar seltsam anmutendes Zelt versuchte zu errichten, es war wohl aus gummi arabicum, hässlich und nicht wirklich der Zeyt angemessen. So versuchten sie krampfhaft, diese neumodische Behausung medieval zu gestalten, was nach fast 3 Stunden auch gelang, es war köstlich anzusehen. Das Beste war jedoch das Mäuseroulette, welches sie darboten, bestehend aus eynem Drahtgeflecht, in welchem dann
    Behausungen für die armen Mäuse aufgestellt wurden, mit Ziffern versehen. Nun, das ist nicht weyter verwunderlich, aber zuvor wohnten in diesen Behausungen die Familien SALAMANDER, DEICHMANN, RENO und ZALANDO..... müssig, mehr darüber zu berichten, es war eyne abscheuliche Tortur für diese armen Kreaturen.........
    Der Gevatter lustwandelte derweyl über den Markt und beehrte die Besucher durch seyne Anwesenheyt, und diejenigen, welche sich mutig am Pilzrisotto versuchten, wurden vom Gevatter aufgefordert, ihn sogleych zu begleyten... wer weyss, welche Pilze der Koch verwendete..
    Die Ritter des Ehrenbundes des silbernen Basilisken übten sich derweyl im Freykampf nahe unseres Lagers, und ganz in der Nähe waren die Bogenschützen zugange sich zu messen.
    Da das Quenton nur eygennützig arbeytet, waren leyder keyne Formatios gebucht, und so musste man Vorlieb nehmen mit Spielleuten, welche für eyn Mahl aufspielten.. aber dies tat der Stimmung keynen Abbruch, und das Volk lauschte entzückt den mittelalterlichen Klängen.
    Des Abends dann ward die Sau vom Feuer genommen und das Fleysch dem Volke dargeboten, fast war es Gold, mit dem man diese Speyse zu zahlen hatte, aber sie ward verzehrt innert kurzer Zeyt.
    Dem Gevatter ward berichtet, dass eyne Feuerdarbietung stattgefunden, aber diese war wohl so erbärmlich und auch fürs schauende Volk gefahrvoll, war es doch nicht verwunderlich, dass die Fussbekleydungsbehausungsmäuseroulette - "Gaukler" für diesen Tiefpunkt verantwortlich waren.
    Später des Abends zog sich der Gevatter ins Lager zurück und lauschte den Gesprächen der Basilisken, welche sich mit eynem Gast über LARP austauschten, sehr interessant, und so entschlummerte der Gevatter um des sonnentags in der Früh das Feuer anzufachen, auf dass unser Leybkoch Lord Dill zunächst das schwarze orientalisch Gebräu bereytete, und hernach ward Speck mit Ei gereycht, Kraftnahrung für den restlichen Tag.
    Der Gevatter drehte auch wieder seyne Runden, und auch die Besucher kamen zuhauf trotz der Beschwerlichkeyt der Anreyse, mussten doch viele Schritte von der stinkenden Kutsche bis zum Quenton zurück gelegt werden.
    Leyder zeygte sich die Sonne zu wenig, und Regenschauer machten sich auch des sonnentags breyt, der seynem Namen keyne Ehre machte.. und so beschlossen wir, nach der 3. Stund des Mittags die Zelte abzubrechen und in heymatliche Gefilde zurück zu reysen.
    Und wieder waren die unerschrockenen Mayden und Recken des MASH auf Reysen, insgesamt 17 Mitglieder besuchten das Quenton, eyne beachtliche Zahl, und für den Gevatter steht fest, dass er auch im kommenden Jahr dabey seyn wird!

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    Nunmehr will ich Eych berychten, was neuw uns´re Augen erblyckten… Es waren einige milde Tages- und Abendstunden im Altwibersommer. Der Weg war wohlgewählt. Entlang einer prachtvollen, grünen Landschaft ging es, hin zu der gallischen Strasse des Weines, die schon eynige Vorfreuden in unsere Gemüter zauberte. Unser Ziel lag im Herzen des Elsass. Am Fusse des Taennchelmassivs waren wir zu Gast, um uns das größte und uralte Fest des dortigen Volkes anzuschauen. Es findet in jedem Jahr, in dem gar auf´s schönste hergerichtete Städtchen Ribeauvillé (frz.), oder Rappoltsweiler (dt.), oder Rappschwir (els.), ganz so, wie ein jeder es nennen mag, statt.

    ( Ribeauvillé am Stengbach in Frankreich , hat heute ca. 5000 Einwohner, liegt 150-900m ü. NN, 15km oberhalb von Colmar; Früheste Erwähnung 8. Jhd.; Stadtrecht seit 1290; Nächstes Gebirge – Vogesen; Komplett restaurierte Altstadt (1970-80); Luftkurort, lebt vom Weinbau und Tourismus)

    Der Pfifferdaj ist seyt mehr als 6oo Jahren bekannt und sollte nun auch unsere Mühen herzufynden, mit seynen illustren Ereygnissen lohnen. Ein Fest der Stadtmusikanten und Fydler, der wandernden Sänger und fahrenden Spielleyte, gibt es all hier. Alle, auch jene vom Oberrhein, sollen sich zu Mariä Geburt im Zunfthus der Pfiffer einfynden, zu leysten nach guter Sitte den Treuwe-Eyd an den Herrn Ribeaupierre (oder seine Nachfolger). Zu bringen die alljährlichen, schuldigen Abgabe, um Schutz und Rechtsprechung zu erhalten für ein neuwes Jahr.

    Um dies zu betrachten , wandelten wir durch romantische Gassen und sahen uns nicht satt an dem trefflich hergerichteten Fachwerk der Häuser. Die Menschen hier sind von freundlichem Wesen. So fanden wir auch das Innere ihrer Häuser. Heimelige, gemütliche Zimmer schauten wyr da.

    So vyles Volk fand her. So wie wyr, staunten sie über alles. Da unsere kleyne Gemeynschaft, gemäß der alten Häuser gewandet erschyn, waren auch wyr selbst ein besonderer Anblyck für die Ybrigen. Wenn wir am Rande des Weges von unseren Wanderungen rasteten, sahen wyr eyn um das andere Mal eine winzige, schnaufende Kutsche mit eýnigen Waeglein vorbeyrollen und gegen die Burg Rappoltstein ziehen, die seyt ew´ger Zeyt über dem Thale und dem Städtlein thront. Vollgestopft war sie mit dem Volke aus fern und nah. -Sahen sie uns, bannten sie sogleich unsere Abbilder in ihre Zauberkästen. So oft geschah es, wir fürchteten schon an Farbe zu verlieren!

    Fyr die Maiden gab es allhier Hübsches zu schauen, was Händler und Krämer feilboten. Die Recken erfreuwte derweil die große Zahl verschiedener, köstlicher Rebensäfte aus den nahen Weinbergen. Auch die leckeren Speysen lockten uns alle an die Stände und in die Tavernen. Leyse klangen schon am noch frühen Tage die Töne schöner alter Weysen und ließen die Pfiffer erahnen, welche ihr Spiel erklingen lassen sollten. Am Dorfbrunnen richtete man alles für den wundersamen Brauch der sich alljährlich zu diesem Feste auftut. Da schöpft man statt des Gänseweines Rebensaft heraus. Dies alles und noch mehr sahen wyr.

    Als der Tag sich dem Ende zu neygte und die Sonne im Erdboden zu verschwinden schien, zogen Spielleute mit Schalmeyen, Sackpfeifen und anderen, seltsam anmutenden, Musikinstrumenten durch die engen Gassen der Stadt. Dicht gefolgt von Gauklern die, wundersame Feuwerspyle zeigten, Herrschaften und Ritter hoch zu Rosse und Fackelträgern zu Hauf folgten alsdann. Brave Bälger, die mit eigens gefertigten Laternen den Weg ausleuchteten durften nicht fehlen. In den engen, dunkel gewordenen Gässleyn war dies ein Schauspiel von der Art, wie man sich eyne Nacht der Feste nur so wynscht.

    Gern hätten auch unsere Häupter in eyner noch so bescheydenen Herberge dieses Städtleyns Ruh´ gefunden. Aber nicht eyne Bettstatt war auch nur für wenige Stündlein in der Nacht fuer ehrlich verdiente Taler zu erhalten, alle Mueh` blieb vorab vergeblich. So lenkte  unsere wackerste Gefährtin, nachdem die Nacht längst über uns hereingebrochen ward, ihre staehlerne Pferdekutsche heim. Wohlbehalten reisten wyr.

    Doch bereits im Morgengrauen waren die unverzagten Recken wieder aufgebrochen, um nach Ribeauvillé zurückzukehren. Dort angekommen, stärkten die Mannen sich erst einmal in einer Bäckerei, die recht mittelalterlich mutete mit einem üppigen Morgenmahl von vortrefflich gebackenem Brote und allerley dargereychten Leckereyen und Maurischen Gesoeffen aufs feynste bereytet für gar nicht so viele Taler.

    Mit zunehmenden Tagesstunden fuellten sich die Gassen mehr und mehr mit hunderten von Schaulustigen, bis sich schließlich zur dritten Stund` im Meridianus ungefähr 3o.ooo bis 35.ooo Mayden, Recken und Bälger durch die Gassen drückten.

    Die höchste Freuwde dieser Gaffer und Schauer war, der drei Stunden andauernde und nicht enden wollende Festumzug. Dieser steht in jedem Jahr unter einem erwählten Motto, welchem sich das Fest also beugt. Das Diesige lautete: L`Or Du Rhin.- Wem das nichts sagt, der Lese nun: Es handelt sich hierbei um die Heldensage der Nibelungen, einer Opern-Trilogie Richard Wagners.

    Auf schön geputzten Wagen und in Fußgruppen wurde das schwere Los der Armen und Geschundenen, die in Minen Erz abbauten, oder aus Steinkohle Gold zu gewinnen suchten, sowie die Erstyrmung eyner Burg dargestellt. Aber auch Fabelwesen und Fantasiegestalten zeigten ihr graeuliches Antlitz auf den prachtvollen hergerichteten Fuhrwerken.

    Wyr blickten mit offenem Munde auf rollende Wunderwerke, ihr werdet´s nicht fuer Wahr nehmen wollen, hoch und breit gebaut waren sie, fast wie ein kleines gutes Haus. Sie passten kaum durch die enggesäumten Gassen und mussten am Stadttor gar ihre zauberhaften Bauten magisch nach unten bewegen, damit die Passage gelingen konnte. Eyn um das andere Mal belebten mehr als vier Dutzend illustre Gestalten mit ihrem phantastischem Spiel diese Wagen und riefen die Verzyckung der Gaffer hervor.

    Alle versammelten Spielleute und Musikanten liessen die schönsten Lieder erklingen.

    Der Zug endete am Markt, wo Groß und Kleyn alle mögliche Freude bei den Jahrmarktgauklern bis in die Nachtstunden vorfanden. Wer dies nicht mochte, tummelte sich nun in den Tavernen, wo kein eynziger Platz frey blieb …

    Über beide Tage wurden neue Freunde gefunden, wobei Eric unser „Tête de sanglier“ (der gallische Wildschweinkopf) versprach, uns an einer unserer Tafeleyen zu besuchen und uns mit einer gallischen Spezialität aus den Pyrenäen zu bekochen. Wir werden ihn beim Worte nehmen!!

    Nun sey Euch noch gesagt, dass so mancher von erneuwter Reyse ins liebliche Ribeauvillé träumt. -So hörten wir nämlich von Fremden, die aus dem Umland von Paris angereist waren, und ebensolche Freuwnde des Mittelalters -wie wyr- sind, wie schön und stimmungsvoll die Zeit vor dem Julfest hier begangen wyrd. Mit sogar zwei Märkten an vier Tagen wartet Ribeauvillé auf. Sie fynden am o7. & o8. Tage, sowie dem 14. & 15. Tage des Julmondes AD MMXIII statt.

    Haben wir jetzt in einigen Herzen ein Feuerchen entfacht? -So weyt ist der Weg wirklich nicht! Macht Euwch auf, es zu betrachten und berichtet darüber, wenn es was zu erzählen gibt. Vielleycht trifft man sich miteynander, blyckt in bekannte Gesichter, oder lernt wieder neuwe Freunde kennen.

    Damit Ihr alle Eure Augen an dem Spectacel ergötzen könnt, sehet die magischen Bildleyn im FORUM.

    So reinigen nun die Feder von schwarzer Tinte- die Schreiberin & der Schreiber.

     

     

  • Seyd gegrüßt,

    beym MPS zu Karlsruhe gab sich der Seelenfänger von den beweglichen Bildleyn die Ehre... doch sehet und urteylet daselbst:

     

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  • Seyd gegrüßt zur Abendstund,

     

    aufgrund der "Kneipennacht" wurde von Gunnar eyne Terminverschiebung in den Raum gestellt. Bitte äussert Euch dazu. Ich habe schon zum Termin eine Woche später angemerkt, dass da der Mittelaltermarkt zu Meersburg stattfindet.

  • Hier zeygt eyn Medicus, wie er eynen Recken von eynem Pfeyl in seynen Afterballen befreyt...

     

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